Kirchenkreistag hat gewählt: Ehepaar von Lingen teilt sich Superintendentenstelle

Zum ersten Mal in der Geschichte der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers teilt sich ein Ehepaar die Superintendentenstelle: Jan und Stephanie von Lingen wurden vom Kirchenkreistag mit großer Mehrheit gewählt. Foto: Gutowski/nh

Dassel. Stephanie und Jan von Lingen teilen sich künftig die Superintendentenstelle des Kirchenkreises Leine-Solling. Mit großer Mehrheit haben die Kirchenkreistagsmitglieder das Ehepaar in der Kirchenkreistagssitzung am Dienstagabend in Dassel gewählt.

Mit 70 von 74 Stimmen konnte das Ehepaar von Lingen im ersten Wahlgang weit mehr als zwei Drittel der abgegebenen gültigen Stimmen auf sich vereinigen. Die Wahlbeteiligung lag bei 95 Prozent. Damit sind Stephanie und Jan von Lingen das erste stellenteilende Ehepaar auf einer Superintendentenstelle innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers.

Der Kirchenkreis Leine-Solling beweist mit dieser Entscheidung einmal mehr, dass er Mut zu innovativer Kirchenpolitik hat. Kirchenkreistagsvorsitzender Reinhard Papesch war der erste Gratulant. Landessuperintendent Eckhard Gorka würdigte die Wahl als wegweisende Entscheidung für die Zukunft des Kirchenkreises Leine-Solling und gratulierte dem Ehepaar von Lingen.

Vor der Wahl hatten die Kirchenkreistagsmitglieder die Möglichkeit, die Kandidaten bei ihrer Vorstellungsrede kennenzulernen und anschließend zu befragen. Das Theologenehepaar skizzierte zunächst das Bild einer Kirche, die den Dialog sucht. In allen Angeboten der Kirche gehe es um die „Kommunikation des Evangeliums“, so Jan von Lingen: „In Gottesdienst und Kirchenmusik, in Beratung und christlicher Ethik geht es immer darum, den Schatz des Glaubens zu bewahren und weiterzugeben.“

Und Stephanie von Lingen ergänzte: „Darum sind Menschen nötig, deren Herz für die Kirche brennt.“ Besonders die Vielfalt der kirchlichen Angebote im Kirchenkreis Leine-Solling sei eine große Chance für die Zukunft. „ Gerade auch die zu erreichen, denen die Kirche fremd geworden ist, sehen wir als die größte Herausforderung“, so Stephanie von Lingen. „Wachsen gegen den Trend“ sei allerdings angesichts der demographischen Entwicklung im ländlichen Raum nicht möglich. „Die Zahl der Mitglieder wird nicht einfach wieder steigen. Aber Zugehörigkeit, Gemeinschaftsgefühl und Gottvertrauen können wachsen“, ist Jan von Lingen überzeugt.

Dienstbeginn für das Ehepaar ist voraussichtlich im Mai 2015. Zuvor muss die Superintendentur am Entenmarkt aufwendig renoviert werden. Die Renovierung ist erforderlich, da tragende Balken des alten Fachwerkhauses marode sind.

Zu den Personen:

Stephanie von Lingen (51) ist zurzeit Pastorin in der Jakobigemeinde in Hannover-Kirchrode und gewähltes Mitglied im Stadtkirchentag und Stadtkirchenvorstand des Stadtkirchenverbandes Hannover.

Jan von Lingen (51) ist Referent in der „Evangelischen Kirche im NDR“. Als „Radiopastor“ ist er regelmäßig bei NDR 1 Niedersachsen sowie auf NDR Info zu hören. (jus)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.