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Made in Amelsen: Eine leuchtende Heizdecke für Pferde

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Von: Michael Caspar

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Leuchtdioden sorgen abends für gute Sichtbarkeit von Pferd und Reiter: Comlogo-Prokurist Till Fischbach und Schneiderin Kerstin Enge präsentieren die heizbare Pferdedecke. FOTO: MICHAEL CASPAR
Leuchtdioden sorgen abends für gute Sichtbarkeit von Pferd und Reiter: Comlogo-Prokurist Till Fischbach und Schneiderin Kerstin Enge präsentieren die heizbare Pferdedecke. © Michael Caspar

Eine beheizbare, hell leuchtende Pferdedecke hat die Firma Comlogo aus dem Dasseler Ortsteil Amelsen entwickelt. Derzeit werden die Prototypen getestet.

Amelsen -„Wir wollen das Trocknen von Pferdedecken, die nach dem Reiten durchgeschwitzt oder regennass sind, beschleunigen“, erläutert Comlogo-Prokurist Till Fischbach. Die Idee: Niedervolt-Heizfäden erwärmen die Decken. Den nötigen Strom liefert ein flacher, in den Stoff eingearbeiteter Lithium-Ionen-Akku. Er lässt sich bei Bedarf herausnehmen. Als Ladekabel dient die Schlaufe, an der die Decke auf einem Gestell aufgehängt wird.

Der Akku liefert zudem den Strom, um frierende Tiere auf der Weide, im Stall oder vor einem Wettkampf zu wärmen. Der Hintergrund: Turnierpferde sind geschoren und entsprechend empfindlich. „Derzeit setzen einige Reiter Infrarotlampen ein“, weiß Fischbach.

Mit dem Akku lassen sich schließlich LED-Elemente auf der Decke zum Leuchten bringen. So sind Mensch und Tier bei Dämmerung oder in der Nacht durch andere Verkehrsteilnehmer gut zu sehen - wie es die Straßenverkehrsordnung auch vorschreibt.

Die Idee mit der Pferdedecke kam im Frühjahr auf. Damals tauschte sich Fischbach mit Jörg Feyler, dem Geschäftsführer der Firma Sunride aus dem oberfränkischen Sonnefeld, aus. Der Händler bietet über seinen Online-Shop Deutschlands 2,3 Millionen Pferdesportlern Ausrüstung an.

Das Comlogo-Team hat in den vergangenen Monaten einen Prototypen der Heizdecke entwickelt. Um die Elektronik kümmerte sich Dr. Günter Nowinksi. Schneiderin Kerstin Enge und Textiltechnikerin Ulla Sue sorgten für den Schnitt, integrierten Heizfäden und Akku. „Nach einem erfolgreichen Test könnte die Serienproduktion durch einen Lizenznehmer Anfang 2023 anlaufen“, sagt Fischbach. In einem späteren Schritt ließen sich weitere Funktionen hinzunehmen.

So ist es denkbar, die Bewegungsmuster des Tieres, seine Körpertemperatur, Atem- und Herzfrequenz aufzuzeichnen, um den Gesundheitszustand der zum Teil sehr teuren Tiere fortlaufend im Blick zu haben. „Für unser neues Produkt nutzen wir die Expertise, die wir bei der Entwicklung anderer Produkte aufgebaut haben“, betont der Prokurist.

So hat Comlogo bereits für E-Bike-Fahrer Heizjacken mit Leuchtelemente und für die Außengastronomie Heizkissen kreiert Außerdem tüfteln die Dasseler an klimatisierten Matratzen, die – sensorgesteuert – unter der Bettdecke für angenehme Temperaturen sorgen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit in Amelsen in einer ausgebauten Scheune sechs Mitarbeiter. (zmc)

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