Mehr als nur Bäume fällen: Forstamt Dassel bildet jährlich Forstwirte aus

Landschaftspflege im Naturschutzgebiet Weper: Ohne vollständige Schutzausrüstung dürfen Winfried Linnemann (vorne) und Robin Fuchs den Graskantenschneider nicht bedienen. Foto: Schwekendiek

Dassel. Zwölf Jahre Pauken und Büffeln in der Schule waren für Robin Fuchs genug. „Ich wollte raus in die Natur und praktisch arbeiten", sagt der 18-Jährige aus Volpriehausen. Seit Anfang August macht er beim Forstamt Dassel eine Ausbildung zum Forstwirt.

„Forstwirte fällen nicht nur Bäume“, entgegnet er einem geläufigen Vorurteil. Auch die Pflege des Waldes und Naturschutzarbeiten an Waldrändern und Gewässern seien Teil der Arbeit. In den vergangenen zwei Wochen waren die angehenden Dasseler Forstwirte mit der Biotop-Pflege im Naturschutzgebiet Weper bei Hardegsen beschäftigt. Bei 20 Grad und Sonnenschein eine schweißtreibende Aufgabe.

„Der Trockenrasen auf der Weper ist ein Paradies für Schmetterlinge, Insekten und besondere Orchideen“, erklärt Winfried Linnemann aus Wuppertal, der ebenfalls im ersten Ausbildungsjahr ist. Der 22-Jährige hat sich ganz bewusst gegen die Stadt und für eine Ausbildung in der Natur entschieden. „Normalerweise weiden auf dieser Wiese Schafe, die die Sträucher kahl fressen“, sagt er. Was die Tiere nicht schaffen, erledigen die Azubis mit dem Graskantenschneider. „So erhalten wir das Biotop für viele Tier- und Pflanzenarten, die der Wald sonst verdrängen würde.“

Ganz ohne Theorie geht es in der Forst-Ausbildung allerdings nicht. Abwechselnd zur praktischen Arbeit stehen mehrere Wochen Blockunterricht am Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum (NFBz) in Münchehof am Harz auf dem Plan. Hier werden überbetriebliche Fähigkeiten und Spezialkenntnisse vermittelt. Sicherheit wird groß geschrieben, schließlich werden für Waldarbeiten oft schwere Geräte wie Motorsägen benötigt. Schon in der Ausbildung tragen die Forstwirte viel Verantwortung.

Und was gefällt den Auszubildenden am besten an ihrem Beruf? „Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich“, sagt Robin Fuchs. Außerdem sei es toll, im Team zu arbeiten. „Forstwirte sind keine Einzelkämfer, wie viele glauben.“ Allein aus Sicherheitsgründen seien Teams von mindestens drei Leuten erforderlich. „Man muss sich immer aufeinander verlassen können.“

Bewerbungsfrist bis 24. Oktober

Bei den Niedersächsischen Landesforsten gibt es jedes Jahr 32 Ausbildungsplätze, die sich auf 15 Forstämter verteilen. Derzeit sind etwa fünf Prozent der Lehrlinge weiblich. Bewerbungen von Frauen sind gern gesehen, denn die Arbeit ist durchaus auch für sie geeignet. Die Bewerbungsfrist für den Ausbildungsbeginn 1. August 2015 endet bereits am 24. Oktober 2014. Ende November findet ein zentrales Auswahlverfahren statt. Neben vielen Weiterbildungsangeboten gibt es in der Ausbildung auch ein Austauschprogramm. Fragen beantwortet Dr. Karl Schumann, Tel. 0 53 81/98 50 12. Bewerbungen können an das Forstamt Dassel gerichtet werden: Wedekindstraße 29, 37586 Dassel. www.landesforsten.de

Von Julia Schwekendiek

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