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Familie Golze-Kreuzinger verarbeitet Eier nun zu Pasta weiter

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Von: Michael Caspar

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Produzieren in Dassel handwerklich Nudeln: Landwirt Stefan Golze (links) und dessen Schwager Elias Kreuzinger.
Produzieren in Dassel handwerklich Nudeln: Landwirt Stefan Golze (links) und dessen Schwager Elias Kreuzinger. © Michael Caspar

Eine Nudelmanufaktur hat Familie Golze-Kreuzinger auf ihrem Hof, Am Rothenberg 1 in Dassel, eröffnet. Sie veredeln dort Eier eigener Legehennen, aber auch die von Bauern aus einem Umkreis von 100 Kilometern.

Dassel – „In der sommerlichen Urlaubszeit lassen sich Eier nur schwer vermarkten“, berichtet Jung-Landwirt Stefan Golze. Das Problem: Lange lagern kann er die Eier nicht. Er beschloss daher, durch eine Verarbeitung zu Nudeln und Eierlikör die Haltbarkeit deutlich zu steigern. Allerdings fand er in der Region keinen Produzenten mit freien Kapazitäten. So entschloss sich die Familie, selbst eine Fertigung aufzubauen.

Beschwerlich sei der Weg gewesen, berichtet der Landwirt. Bei der Verarbeitung von frischen Eiern sind die Hygieneauflagen nämlich – „zurecht“, wie Golze betont – besonders streng. Der Bauherr musste die Wände der Produktionsräume, die im ehemaligen Getreidelager entstanden, bis zur Decke kacheln.

Sie erhielten einen Epoxid-Fußboden. Die Einrichtung besteht komplett aus Edelstahl. Um Keime abzutöten, ist die Pasta in einer Trockenkammer eine halbe Stunde lang auf 63 Grad Celsius zu erhitzen. Die Räume dürfen nur in Hygienekleidung betreten werden. Jeder Produktionsschritt ist zur Sicherung der Qualität zu dokumentieren.

Das zehnmonatige Bauprojekt zog Golze mitten in der Pandemiezeit durch. In dieser Zeit stiegen die Preise kräftig an. Anfang 2022 war die EU-Zertifizierung abgeschlossen. Demnächst wird die Manufaktur auch biozertifziert sein.

Die Produktion hat Elias Kreuzinger, der Schwager des Landwirts, übernommen. Der gebürtige Schwabe hat bereits als Kind seiner Oma beim Herstellen von Spätzle und Maultaschen geholfen. „Es gibt nur drei Zutaten, neben den Eiern noch Salz sowie Grieß aus Hartweizen oder Dinkel“, erläutert Kreuzinger.

Bis er das richtige Mischungsverhältnis, das genaue Vorgehen beim Kneten oder Trocknen gefunden hatte, musste er indes lange tüfteln. 750 Kilogramm Teig kann der Produktionsleiter in der Woche verarbeiten. Ein Ausbau der Kapazitäten ist geplant. Für das Verpacken und Etikettieren will der Betrieb gemeinsam mit den Harz-Weser-Werken Dassel inklusive Arbeitsplätze schaffen. Die fertigen „Solling-Eier-Nudeln“ vermarktet die Familie über ihren Hof Ilmeaue sowie örtliche Supermärkte.

„Zwischenzeitlich haben wir 50 Landwirte als Kunden gewonnen“, freut sich Kreuzinger. Sie müssen jeweils mindestens 500 Eier anliefern. Je nach Größe lässt sich aus sieben bis acht Eiern ein Kilogramm Nudeln zubereiten. Auch die Bauern erhalten das Produkt verkaufsfertig verpackt. (Michael Caspar)

hofgenuss-solling.de

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