Polizei ermittelt wegen angeblicher Morddrohung im Juni

Einbeck: Demo gegen Rechts hat ein Nachspiel

Vermummte Demonstranten hinter Transparent bei Demo in Einbeck
+
Am Samstagnachmittag fand in Einbeck eine Demonstration der Seebrücke Einbeck, dem Bündnis Oate und der Antifa-Gruppierung Einbeck 161 statt.

Die Demonstrationen und Kundgebungen von Rechten und Linken am Samstag in Einbeck haben laut Mitteilung der Polizei noch ein strafrechtliches Nachspiel.

Im Rahmen von Recherchen in sozialen Netzwerken haben Beamte der Polizeiinspektion Northeim am vorigen Wochenende Hinweise gefunden, dass es vor dem Anschlag auf den Briefkasten einer 41-jährigen Einbeckerin Mitte Juni (HNA berichtete) bereits eine Morddrohung gegen die Frau gegeben haben soll.

Dieser Morddrohung sei die Northeimer Polizei damals nicht nachgegangen, heißt es seitens Einbecker Linksaktivisten in den sozialen Netzwerken.

Ein Sprecher der Polizei sagte dazu am Montag auf HNA-Anfrage, dass Hinweise auf eine Morddrohung bis zum vorigen Wochenende bei der Polizei überhaupt nicht bekannt gewesen seien.

„Die Polizei Northeim nimmt derartige Hinweise sehr ernst. Wir sind gesetzlich verpflichtet, Straftaten zu verfolgen. Das gilt gleichermaßen im Kontext zu den Ereignissen in Einbeck sowohl für rechts- als auch für linksmotivierte Tathandlungen. Mit Blick auf die Strafbarkeit der Beiträge in den sozialen Medien habe ich das Staatsschutzkommissariat unserer Inspektion angewiesen, weitere rechtliche Ermittlungsmaßnahmen einzuleiten“, sagte Polizeidirektor Michael Weiner, Leiter der Polizeiinspektion Northeim, am Montag.

Im Vorfeld der Demo in Einbeck sei es in der Hägerstraße in Einbeck zu Farbschmierereien an Häuserfassaden gekommen. Das Staatsschutzkommissariat der Polizeiinspektion Northeim habe dazu die Ermittlungen aufgenommen. In der Hägerstraße sollen mehrere Rechtsextreme wohnen.

Weiter seien während der Demo gegen Rechts am Samstagnachmittag „aus der Anonymität heraus“ mehrere Nebeltöpfe gezündet worden.

Die Demo-Teilnehmer waren laut Polizei überwiegend vermummt, schwarz gekleidet und aus Göttingen, Kassel, Hannover und Hildesheim angereist, es wurden Verfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz sowie gegen die Sprengverordnung eingeleitet.

Als die Demonstration beendet gewesen sei, hätten Beamte der Bereitschaftspolizei zwei Tatverdächtige in der Menschenmenge erkannt, so Polizeichef Michael Weiner weiter. Die Personalien der beiden wurden laut Weiner aufgenommen, danach wurden die 22 und 28 Jahre alten Männer aus Göttingen wieder entlassen, heißt es weiter.

Danach sei es jedoch zu „Solidaritätshandlungen“ weiterer Demonstranten gegen die Polizei gekommen. Aus diesem Grund hätten Einsatzkräfte in mehr als 80 Fällen „unmittelbaren körperlichen Zwang anwenden“ müssen, um Identitätsfeststellung durchsetzen zu können.

Die Polizei habe ein weiteres Strafverfahren wegen mehrfachen Zeigens des „Hitlergrußes“ eingeleitet. Beschuldigt werde ein 43-jähriger Einbecker, der jedoch in keinem Zusammenhang mit der Teilnahme an den Veranstaltungen von Rechts oder Links stehe.  kat

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.