Kreistags-Ausschuss für Bau einer Fotovoltaik-Anlage

Deponie Blankenhagen soll Strom liefern

Die Deponie Blankenhagen
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Die Deponie Blankenhagen: In Bereichen, wo kein vorbehandelter Müll mehr abgelagert wird, soll eine Fotovoltaik-Anlage entstehen.

Die zentrale Abfalldeponie des Landkreises Northeim in Blankenhagen bei Moringen soll auf ihren Freiflächen eine Fotovoltaik-Anlage erhalten.

Northeim – Die Module sollen von der Gesellschaft Kommunalen Energie aus der Mitte (KEAM) in Kassel, einem Tochterunternehmer des Regionalversorgers EAM, im Rahmen eines Pachtmodells errichtet und zunächst betrieben werden. Der Landkreis plant, 359 000 Euro für das Projekt bereitzustellen. Dafür votierte der Kreisausschuss für Bauen, Umwelt und Regionalplanung in seiner Sitzung am Dienstag. Der Beschluss fiel einstimmig bei der Enthaltung von FDP-Ausschussmitglied Dr. Christian Eberl (Nörten-Hardenberg). Er forderte, dass die Erträge aus möglichen Gewinnen genutzt werden sollen, um die Zahler der Abfallgebühren zu entlasten. „Das Projekt sollte in der Kreisabfallwirtschaft bleiben.“

Diese Auffassung stieß jedoch auf juristische Bedenken der Kreisverwaltung. „Damit machen wir uns juristisch angreifbar“, sagte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD). Die Abfallwirtschaft kollidiere mit „wirtschaftlicher Tätigkeit“ durch eine Fotovoltaik-Anlage. „Deshalb wollen wir es zusammen mit der KEAM machen.“ Weil der Erste Kreisrat Jörg Richert, zugleich oberster Jurist im Kreishaus, bei der Sitzung nicht anwesend war, soll die genaue juristische Begründung nachgeliefert werden.

Der Vorsitzende des Abfallwirtschaftsausschusses, Werner Thiele (CDU, Wolbrechtshausen), begrüßte das Vorhaben nicht nur wegen der wirtschaftlichen Perspektiven, sondern auch, weil mit der Anlage erneuerbare Energien erzeugt werden. Er regte an, zudem den Bau von Speichermöglichkeiten für den erzeugten Strom zu prüfen.

Ein Vertreter der KEAM sagte, derzeit sei dies nicht wirtschaftlich. In vier bis fünf Jahren könne dies aber anders sein. Diesen Ball griff Hans-Jürgen Scholz (SPD, Hardegsen) auf. Er schlug vor, den Bau von Speichermöglichkeiten in vier Jahren erneut zu prüfen.

Der Landkreis wird für den Bau der Fotovoltaik-Anlage, der noch endgültig vom Kreistag beschlossen werden muss, vorab Eigeninvestitionen vornehmen müssen. Dazu zählen insbesondere die Errichtung einer Kabeltrasse und der Umbau der vorhandenen 20 Kilovolt-Anlage. In einer Machbarkeitsstudie hatte ein Ingenieurbüro dafür einen Flächenbedarf von 1,21 Hektar ausgemacht. Die Experten gehen von einem Jahresertrag von 750 000 kWh aus.

Unter Berücksichtigung der Eigeninvestitionen erwartet die Verwaltung ab dem 16. Betriebsjahr einen positiven Geldfluss. Über eine Vertragslaufzeit von 19 Jahren betrage dieser rund 91 000 Euro. Für die Anlage werde der Kreis nach dem Angebot der KEAM eine monatliche Pachtrate von rund 4550 Euro zahlen. Mit Übernahme der Anlage durch den Landkreis ab dem 20. Betriebsjahr und dem Wegfall der monatlich anvisierten Pachtrate erwartet der Kreis einen Überschuss von rund 35 000 Euro. Auf die verbleibenden zehn Nutzungsjahre gerechnet, ergebe sich ein Gewinn von insgesamt 350 000 Euro. (Hans-Peter Niesen)

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