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Der Maschinenring Leinetal hat sein 40-jähriges Bestehen gefeiert

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Von: Olaf Weiss

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Sechsreihiger Rübenroder im Einsatz.
Zu organisieren, wann auf welchem Acker mit den 800 PS starken Rodern die Zuckerrüben aus der Erde geholt werden, ist eine der Tätigkeiten des Maschinenrings. © Hubert Jelinek

Geht es um das Roden und Transportieren von Zuckerrüben im Landkreis Northeim, hat der Maschinenring Leinetal seine Finger im Spiel.

Northeim – Er organisiert für eine Rodegemeinschaft von Landwirten den Einsatz der Rübenroder und ist für den Abtransport der Rüben aus dem gesamten Landkreis und einigen angrenzenden Bereichen in die Zuckerfabrik nach Nordstemmen verantwortlich.

Jetzt hat der als Verein organisierte Maschinenring sein 40-jähriges Bestehen gefeiert. Seit drei Jahren hat er sein Domizil an der Langen Lage im Northeimer Gewerbegebiet. In der Maschinenhalle dort konnte der Vorsitzende des Maschinenrings, Christoph Bretschneider, 370 Gäste begrüßen, darunter auch den Gründungsvorsitzenden, Ulrich Hatop, und den späteren Vorsitzenden, Karl-Albrecht Hesse.

Bilden die Maschinenring-Geschäftsstelle: (von links) Andreas Hamann, Gisela Meyenberg, Vera Oppermann, Christine Freudenstein und Alexander Stolte.
Bilden die Maschinenring-Geschäftsstelle: (von links) Andreas Hamann, Gisela Meyenberg, Vera Oppermann, Christine Freudenstein und Alexander Stolte. © Maschinenring Leinetal

Die Gründung sei damals unter den Landwirten durch aus umstritten gewesen, erinnert sich der ehemaligen Vorsitzende des Landvolks Northeim-Einbeck, Willi Teutsch, der eine Rückschau auf die Geschichte des Maschinenrings gab. Teutsch war an dessen Gründung beteiligt. Die Skepsis bei einigen Landwirten gegenüber überbetrieblicher Zusammenarbeit sei groß gewesen. Es habe die Sorge gegeben, dabei übervorteilt zu werden.

Dabei war es nach den Worten von Maschinenring-Geschäftsführer Andreas Hamann damals für viele Betriebe dringend geboten, die eigenen Produktionskosten zu senken. Denn zum einen gab es eine deutliche Überproduktion und entsprechende Preiseinbrüche.

Zum anderen galt es, Kosten zu senken und deshalb sollte nicht mehr jeder Landwirt alle Maschinen selbst besitzen, sondern stattdessen für einen Teil der anfallenden Arbeiten die Dienste anderer Landwirte in Anspruch nehmen.

460 Mitglieder hat der Maschinenring – rund 110 weniger als vor 20 Jahren. So macht sich der Strukturwandel auch bei ihm bemerkbar: Viele landwirtschaftliche Betriebe haben aufgegeben.

Machten in den ersten Jahren auch die Vermittlung von Arbeiten wie Mähdrusch, Spritzen von Pflanzenschutzmitteln und Grünlanderneuerung (Nachsäen von Gras aus Wiesen und Weiden) einen Großteil seiner Tätigkeit aus, konzentriert sich die Arbeit des Maschinenrings heute nach Hamanns Worten vor allem auf die Planung, Organisation und Abrechnung der Rübenkampagne, also des Rübenrodens, des Rübentransports, sowie der Maisernte (Häckseln und Transport).

Dazu käme in geringerem Umfang noch die Vermittlung von Arbeiten wie Maisdrillen, Mulchen der Maisstopeln und des Winterdienstes (Räumen und Streuen) hinzu, so Hamann.

Zusammen mit dem Landvolk-Kreisverband war der Maschinenring zu Beginn des neuen Jahrtausends außerdem an der Bioenergieoffensive Südniedersachsen des Landkreises Northeim (unter Landrat Michael Wickmann) beteiligt, deren Ergebnis der Bau der Biogasanlagen in Hevensen und Einbeck war. Im Nachgang entstanden weitere kleinere Anlagen landwirtschaftlicher Betriebe.

Der Maschinenring, dem selbst keinen Maschinen gehören, sei im Laufe der Zeit vom Vermittler zum Dienstleister geworden, erklärt Hamann. Die Maschinen gehören einzelnen Landwirten, Lohnunternehmern oder, wie die Rübenroder, sogenannten Rodengemeinschaften, zu denen sich Landwirte zusammengeschlossen haben.

Es sei nicht so, dass die aus fünf Beschäftigten in Voll- und Teilzeit bestehende Maschinenringgeschäftsstelle außerhalb der Rübenkampagne nichts zu tun hätten. Allein die Arbeit im Zusammenhang mit Rüben- und Maisernte dauere für ihn und seine Mitarbeiter deutlich länger als die einschließlich der Zeit für die Rübenabfuhr rund fünf Monate dauerende Kampagne. So seien vorher für die Planung etwa zwei Monate notwendig, weitere zwei Monate vergingen, nachdem der letzte Rübentransport auf dem Weg in die Zuckerfabrik ist, bis alle Arbeiten abgerechnet seien. (Olaf Weiss)

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