Protest

„Spaziergänge“ gegen Corona-Maßnahmen: 230 Teilnehmer im Landkreis Northeim

Die sich als Spaziergänger ausgebenden Demonstranten zogen durch die Northeimer Innenstadt.
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Die sich als Spaziergänger ausgebenden Demonstranten zogen durch die Northeimer Innenstadt.

Im Landkreis Northeim nehmen immer mehr Personen an Demonstrationen gegen die Coronaschutzmaßnahmen teil, die als „Spaziergänge“ getarnt sind.

Northeim – Im Landkreis Northeim wächst der Protest gegen die Coronaschutzmaßnahmen. Fünf Versammlungen gab es am Montag nach Polizeiangaben. Insgesamt nahmen daran rund 230 Personen teil.

Die größte als sogenannter Spaziergang getarnte Demonstration gab es in Northeim. Dort zogen 120 Menschen durch die Innenstadt. Laut Polizei hielt sich der größte Teil der Teilnehmer an die geltenden Beschränkungen – insbesondere die Pflicht, FFP2-Masken zu tragen.

Lediglich drei Personen hätten die Maskenpflicht ignoriert. Da sie sich nach mehrfacher Aufforderung geweigert hätten, Masken zu tragen, erhielten sie von den Beamten einen Platzverweis. Außerdem wurden gegen sie Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

„Spaziergänge“ gegen Coronamaßnahmen: Polizei ermittelt gegen mutmaßlichen Versammlungsleiter

Außerdem meinte die Polizei, einen Versammlungsleiter unter den Teilnehmern des „Spaziergangs“ ausgemacht zu haben. Auch gegen diese Person, die aus Sicht der Beamten die Menge durch Ansagen und Ähnliches geführt haben soll, wird nun wegen einer Ordnungswidrigkeit ermittelt, weil sie die Versammlung nicht angemeldet hat.

Am Entenmarkt gab es eine kleine Gegenkundgebung von 14 Personen, die vor allem dafür sorgen wollten, dass das Denkmal für die ehemaligen jüdischen Mitbürger nicht, wie eine Woche zuvor, Ziel der Spaziergänger wird. Sie gehörten zum Aktionsbündnis, das der Kirchenkreis Leine-Solling, Stadt und Landkreis Northeim sowie das Bündnis gegen Rechtsextremismus gebildet hat.

Sieben gegen fünf: In Einbeck kommt es bei Protest-„Spaziergang“ zu Konfrontation

In Einbeck protestierten am Montagabend auf dem Marktplatz sieben Personen gegen die Coronaschutzmaßnahmen. Ihnen standen fünf Gegendemonstranten gegenüber. Laut Polizei kam es zwischen beiden Gruppen „zu einem verbalen Austausch“. Die Beamten trennten die Gruppen, um, wie sie mitteilte, „verbale Entgleisungen“ zu verhindern. Alle hielten sich laut Polizei an die Maskenpflicht und die übrigen Regeln.

In Uslar waren rund 40 Personen vor dem Rathaus zusammen gekommen, um gegen die Coronaregeln zu protestieren. Außerdem gab es in Bad Gandersheim und Hardegsen Versammlungen. In Hardegsen nahmen etwa 35 Menschen teil, in der Kurstadt rund 20. Auch bei diesen beiden Versammlungen gab es laut Polizei keine besonderen Vorkommnisse, allerdings wie auch in Uslar keine Gegendemonstrationen. (Olaf Weiss)

Im Landkreis Northeim sind die „Spaziergänge“ seit kurzem nur noch unter speziellen Auflagen gestattet: Teilnehmer der vorgeblich unkoordinierten Proteste gegen die Corona-Maßnahmen müssen eine FFP2-Maske tragen.

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