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Der „Ritterschlag“ für die Sülbecker Natursole

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Von: Kathrin Plikat

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Zertifikat: Salinenbetreiber Ulrich Birkelbach, hier mit Ehefrau Sabine und Sohn Theo, erhielt jetzt die Auszeichnung von Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (links) und Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek.
Zertifikat: Salinenbetreiber Ulrich Birkelbach, hier mit Ehefrau Sabine und Sohn Theo, erhielt jetzt die Auszeichnung von Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (links) und Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. © Pressedienst Landkreis Northeim

Im Einbecker Ortsteil Sülbeck gibt es neuerdings eine staatlich anerkannte Heilquelle: Die Thermalbohrung „Ludwigsbrunnen“ der Firma „Natursole Sülbeck“ hat jetzt den entsprechenden Bescheid erhalten.

Sülbeck – Für Firmeninhaber Ulrich Birkelbach ist die Auszeichnung nach eigenen Worten „der Ritterschlag“, denn es handele sich um die höchste Auszeichnung, die man erhalten kann. „Mehr geht nicht“, so Birkelbach im Gespräch mit der HNA.

Stolz sei er vor allem darauf, dass es sich bei der in Sülbeck geförderten Sole um ein reines Naturprodukt handele: „Bei uns übernimmt zu 100 Prozent Mutter Natur die Produktion“.

Mit über 20 Grad Temperatur komme die Sole aus der Erde und werde darum Thermalsole genannt. Seit Jahrzehnten werden laut Birkelbach zahlreiche Heil- und Kurorte in ganz Deutschland sowie die Lebensmittel- und Pharmaindustrie mit der Sülbecker Natursole beliefert.

Sein Naturprodukt zeichne sich durch einen gleichmäßigen Salzgehalt des Wassers, eine außerordentliche Reinheit, einen extrem niedrigen Eisen- und Mangangehalt sowie eine hohe Konzentration an Mineralien wie Kalzium, Magnesium und Sulfat aus. „Unsere Sole ist klar wie Wasser“, so Birkelbach, was nach seinen Worten eher eine Seltenheit sei. Die in Sülbeck geförderte Thermalsole sei zudem als Medizinprodukt der Klasse 1 eingestuft, so Birkelbach, unterliege darum strengen, europaweit geltenden Qualitätsvorschriften der Medizinverordnung.

Fast sechs Jahre habe er für die Zertifizierung als staatlich anerkannte Heilquelle „gekämpft“, sagt Birkelbach. Viele Gespräche, jede Menge Schriftverkehr mit den Behörden, doch am Ende habe sich der Aufwand gelohnt. „Ich habe nicht aufgegeben, weil ich davon überzeugt war und bin, dass wir hier ein tolles Produkt zutage fördern.“

Birkelbach leitet das Bergbauunternehmen mittlerweile in vierter Generation. Und: Neben dem Vertrieb der Sole aus Sülbeck in ganz Deutschland können sich an einer Abgabestelle in Sülbeck Interessierte kostenlos Thermalsole für die eigene Anwendung abfüllen.

Seit 1988 betreibt Ulrich Birkelbach das Unternehmen. Seitdem, so heißt es im Firmenprofil, wurde der jährliche Soleabsatz von 3100 auf über 81 000 Tonnen ausgebaut. Aktuell beschäftigt er zehn Mitarbeiter.

Gegründet wurde die Saline Sülbeck im Jahr 1686 als staatliche Saline zur Erhöhung der Salzsteuereinnahmen, 1870 erfolgte die Privatisierung durch die Familien Lockemann und Pflughöft. Im Jahr 1950 meldete die Saline Konkurs an, die Salinengebäude wurden abgerissen. Aus den verbliebenen Solequellen wurde in geringem Umfang Sole gefördert und vertrieben.

1988 übernahm dann Birkelbach, Urenkel des letzten Salineninhabers Carl Lockemann, die Firma Natursole Sülbeck. Seit 2009 gibt es vier Solebohrungen in Sülbeck – die älteste Bohrung ist inzwischen stillgelegt. Der dazugehörige „obere“ Bohrturm wird heute als Museum genutzt.  (kat)

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