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Andreas Jakob, der Vielbeschäftigte

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Von: Olaf Weiss

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Hobby-Pferdezüchter: Andreas Jakob mit dem Wallach „Schimanski“ (links) und der Stute „Zelina“, die beide zum Schutz vor Insekten auf der Weide sogenannte Fliegenmasken tragen.
Hobby-Pferdezüchter: Andreas Jakob mit dem Wallach „Schimanski“ (links) und der Stute „Zelina“, die beide zum Schutz vor Insekten auf der Weide sogenannte Fliegenmasken tragen. © Olaf Weiss

Am 9. Oktober wird in Niedersachsen ein neuer Landtag gewählt. Wir stellen die Kandidaten aus den Wahlkreisen Northeim und Einbeck in loser Reihenfolge vor. Heute: Andreas Jakob (AfD).

Iber – Ein eigener Betrieb, Familie, als Hobbys Reiten und Pferdezucht, kommunalpolitisches Engagement – und jetzt auch eine Landtagskandidatur. So etwas nennt man wohl ein ausgefülltes Leben. Dabei räumt Andreas Jakob, der im Wahlkreis Einbeck für die AfD antritt, ein, dass er derzeit an seine Grenzen kommt. „Es bleibt auch etwas liegen“, sagt er.

Erst jüngst hat der 59-Jährige zum ersten Mal geheiratet – nach zehn Jahren Partnerschaft. Nun hat er neben einem erwachsenen Sohn aus einer vorangegangenen Beziehung auch offiziell noch drei ebenfalls erwachsene Stiefkinder und ein Stiefenkelkind, die seine Frau in die Beziehung mitgebracht hat.

Seit rund sieben Jahren ist Jakob bei der AfD. Er sei nicht geworben worden, sondern sei selbst auf die Partei zugegangen, sagt der Hauptgesellschafter eines Unternehmens für Schweißtechnik. Davor sei er lange Mitglied bei der CDU gewesen. Doch nach der Bankenrettung sei er 2010 ausgetreten.

Die offenen Grenzen kamen später – nach seinem Austritt – noch hinzu. Für echte Flüchtlinge müsse die Tür offen stehen, aber unter Bundeskanzlerin Angela Merkel sei das ausgeartet, sagt Jakob und betont: „Ich würde auch Sarah Wagenknecht wählen, wenn sie in einer anderen Partei wäre.“

Nicht nur mit dem klassischen Parteispektrum von CDU bis zu den Grünen hat er abgeschlossen, auch mit den öffentlichen-rechtlichen Sendern kann er nichts mehr anfangen. Früher habe er sich nicht vorstellen könne, nicht täglich das Heute-Journal zu sehen und sonntags den Weltspiegel. Doch weil ihm die Berichterstattung zu einseitig geworden sei, schalte er seit Jahren ARD und ZDF nicht mehr ein.

„Ich lasse mich nicht drängen. Ich entscheide schon selbst“, erläutert er, dass die AfD ihn zwar gefragt habe, ob er für den Landtag kandidieren wolle, aber es sein eigener Entschluss war, tatsächlich anzutreten. Dabei ist er sich bewusst, keine reelle Chance zu haben, ins Landesparlament zu kommen.

Wichtiger sind ihm seine Mandate im Einbecker Stadtrat und im Ortsrat von Iber. In Sachen Ratsarbeit sieht er sich nach eigenen Worten noch als Lernender. Es sei aber sehr interessant, mitzubekommen wie die Kommunalpolitik funktioniere.

1989 hat sich Jakob mit seinem Unternehmen selbstständig gemacht. 30 feste Mitarbeiter hat der Betrieb. Hinzu kommen noch acht Leiharbeiter aus Polen. „Gute Leute, die sind fast das ganze Jahr da“, betont der Meister der Schweißtechnik, der seit zehn Jahren einen Partner hat, der Ingenieur ist.

„Für die Amis haben wir viel gemacht“, erzählt er: Pipelines für die Stützpunkte der US Air Force, nicht nur in Deutschland. Bis 2010 sei das gegangen. Auch das russische Unternehmen Gazprom habe in der Vergangenheit zu seinen Auftraggebern gehört.

Sieben eigene Pferde besitzt Jakob, der die Liebe zum Reiten erst spät mit Ende 30 entdeckt hat. Sein Vater rückte mit Kaltblütern Holz im Wald und fuhr Pferdegespanne für Brauereien, doch damals ließen ihn die Vierbeiner kalt. Stattdessen sei er Motorrad gefahren.

Nun züchtet er Holsteiner. Auf einem Nebenerwerbsbetrieb aufgewachsen, besitzt er alle Maschinen, die zum Heumachen und Strohpressen und -bergen gebraucht werden. Als kleiner Lohnunternehmer übernimmt er diese Arbeiten auch für andere.

Wenn Zeit ist, genießt er bei Ritten durch die Feldmark die Freiheit auf dem Rücken der Pferde. Jakob: „Das schaffe ich aber auch nur einmal die Woche.“ (Olaf Weiss)

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