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Polizeiinspektion Northeim stellt Unfallstatistik vor: Deutlich mehr Verkehrstote

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Von: Olaf Weiss

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Ein Polizeiwagen mit Blaulicht. Auf dem Dach steht UNFALL in rot.
Die Polizeiinspektion Northeim hat die Unfallstatistik 2021 vorgestellt. (Symbolbild) © Stefan Puchner/dpa

Einen leichten Anstieg der Unfallzahlen hat die Polizei im vergangenen Jahr im Landkreis Northeim registriert. Das geht aus der Unfallstatistik hervor, die die Polizeiinspektion Northeim (PI) Montag veröffentlicht hat.

Northeim – Zwar ist die Gesamtzahl der Unfälle mit mindestens einer schwer verletzten oder getöteten Person leicht von 73 auf 70 gesunken, aber die Zahl der Todesopfer stieg vom historischen Tiefstand von zwei Toten auf zwölf.

Eine Erklärung für den eklatanten Anstieg gibt es aus Sicht der Polizei nicht. Die Arten der Unfälle, bei denen Menschen ums Leben gekommen sind, seien unterschiedlich, auch sei kein Unfallschwerpunkt betroffen, sondern die tödlichen Unfälle seien über das gesamte Kreisgebiet verteilt aufgetreten, sagte Polizeisprecher Daniel Ahrenbog.

Mit 2815 Verkehrsunfällen gab es 2021 insgesamt 103 Unfälle mehr als ein Jahr zuvor, aber laut Polizei immer noch deutlich weniger als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre (3004).

Auch die Zahl der im Straßenverkehr verletzten Personen ist laut der Polizeistatistik gestiegen. 380 zählten die Beamten im Jahr 2021. Das sind 47 mehr als ein Jahr zu vor.

Maren Jäschke
Maren Jäschke, Leiterin der Polizeiinspektion Northeim. © Polizei Northeim

Die Zahl der erwischten Fahrer, die berauscht unterwegs waren, ist im vergangenen Jahr gestiegen. 131 waren mindestens angetrunken (2020: 125) und 177 standen unter Drogeneinfluss (147). Bei Verkehrskontrollen werde die Überprüfung, ob Fahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen, weiterhin ein Schwerpunkt sein, kündigte die PI-Leiterin, Maren Jäschke, an.

Die Zahl der Unfallfluchten ist weiter rückläufig. 536 Fälle zählte die Polizei im vergangenen Jahr. 2020 waren es noch 572, ein Jahr zuvor sogar 665. „Der Großteil aller Unfallfluchten ereignet sich auf Parkplätzen und führt lediglich zu Sachschäden“, erläutert Vicky Berkhan, Leiterin Einsatz der PI. Beim Verlassen eines Unfallortes ohne Angabe seiner Personalien handele es sich aber um eine Straftat, die entsprechende Verfahren nach sich ziehe. Die Aufklärungsquote konnte die Polizei leicht von 42,5 auf 44,2 Prozent steigern. (Olaf Weiss)

Viele greifen weiter zum Handy

Die Verkehrsunfallstatistik der Polizei zeigt, wo die meisten Unfälle passieren und wie sich die Unfallarten entwickeln.

Hier einige Daten:

Unfallursachen: Hauptunfallursachen waren laut der Statistik der Polizei im vergangenen Jahr zu geringer Abstand (588), überhöhte Geschwindigkeit (250), Vorfahrtsverletzungen (143) und falsches Abbiegen. Bei 36 Unfällen (2020: 31) stand ein Fahrer unter Alkoholeinfluss, bei elf weiteren hatte ein Fahrer zuvor Drogen oder Medikamenten zu sich genommen (2020: vier). Bei Verkehrskontrollen wurden 131 Fahrer (2020: 125) unter Alkohol- und 177 (147) unter Drogeneinfluss erwischt.

Ablenkung: Im vergangenen Jahr konnte die Polizei lediglich drei Verkehrsunfälle eindeutig auf einen Mobiltelefon-Gebrauch am Steuer zurückführen. Sie geht aber von einer weiterhin hohen Dunkelziffer aus. 1018 Ordnungswidrigkeitsverfahren (davon 152 gegen Radfahrer) leiteten die Beamten im vergangenen Jahr gegen Fahrer ein, die während der Fahrt ein elektronisches Gerät nutzten. Damit bewegen sich diese Verstöße im Bereich der Vorjahre: 1075 solcher Verfahren gab es im Jahr 2020 und 1065 im Jahr 2019.)

Unfallschwerpunkte: Die meisten Unfälle passieren laut der Polizeistatistik außerorts. Auch die meisten Unfälle (49) mit schwersten Folgen ereigneten sich auf den Kreis-Landes- und Bundesstraßen statt. Auch neun der elf tödlichen Unfälle geschahen dort.

Fahrradunfälle: Mit 74 Unfällen, an denen Fahrräder oder Pedelecs beteiligt waren, blieb ihre Zahl im vergangenen Jahr nahezu konstant. Ein Jahr zuvor waren es 73. Auch die Zahl der Radler, die sich bei einem Unfall verletzten, blieb mit 56 auf dem Vorjahresniveau ( 2020: 55). Allerdings stieg die Zahl der schwer verletzten Radfahrer von sieben auf zehn.

Baumunfälle: Die Anzahl der sogenannten Baumunfälle ist rückläufig. 2021 ereigneten sich 36, sieben weniger als im Vorjahr. Dabei erlitten allerdings drei Menschen tödliche und 13 weitere schwere Verletzungen.

Wildunfälle: 616 Wildunfälle zählte die Polizei im Jahr 2021 (2020: 685). Insgesamt bleibe Zahl damit auf einem hohen Niveau, urteilen die Ordnungshüter.

Altersgruppen: Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahre waren an 546 Unfällen beteiligt (2020: 494). Damit sind sie fast in jeden fünften Unfall verwickelt. Der Anteil der Verkehrsteilnehmer über 65 Jahren, die an einem Unfall beteiligt waren, ist in etwa gleich hoch. Die Polizei zählte 576 Unfälle mit Fahrern im Rentenalter (2020: 551). 26 Kinder bis 14 Jahren wurde bei Unfällen verletzt, darunter laut Polizei waren unter anderem sechs, die mit dem Fahrrad unterwegs waren, vier Fußgänger und 13, die Mitfahrer waren. (ows)

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