352 Seite starkes Werk steht nun zum Verkauf

Dorfchronik neu aufgelegt: Der Edesheimer Geschichte über 60 Jahre hinzugefügt

Blick auf Edesheim mit der Northeimer Seenplatte im Hintergrund.
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Blick auf Edesheim mit der Northeimer Seenplatte im Hintergrund.

Edesheim – Die Geschichte von Edesheim endete bisher Mitte der 1950er-Jahre – jedenfalls in der Dorfchronik. Diese war 1956 vom damalige Ortsheimatpfleger Ludwig Knapphorst herausgegeben worden. Nun ist eine überarbeitete Auflage erschienen, in der auch die Jahre bis 2020 behandelt werden.

Das Material für die Weiterführung der Chronik hat Dennis Gebel zusammengetragen. Inklusive der Sponsorengewinnung hat die Vorbereitung der nun gedruckt vorliegenden neuen Chronik nach seinen Worten rund drei Jahre gedauert. Neben einer Vielzahl historischer Ereignisse aus dem Ort, der erstmals um 800 urkundlich erwähnt worden ist, und der Beschreibung der Lebensbedingungen in den vergangenen Jahrhunderten bietet sie unter anderem einen Überblick über das Vereinsleben im Laufe der Zeit und die Genossenschaften im Ort.

Dennis Gebel (hier mit seiner Tochter Clara) hat die Dorfchronik fortgeführt. Die Neuauflage steht nun zum Verkauf.

Ein Blick in die Chronik:

Die Lasten der Bauern: Bis ins 19. Jahrhundert waren die Bauern des Ortes der Gerichtsherrschaft des fürstlichen Amtes Brunstein zu Diensten und Abgaben verpflichtet. Das bedeutete, dass sie neben der Bestellung ihrer eigenen Felder unter anderem mit ihren Pferden und Wagen Arbeiten übernehmen mussten. Art und Umfang waren von der Größe ihrer Höfe abhängig.

Erster Dorfchronist: Ludwig Knappwost.

Nationalsozialismus: Edesheim gilt als frühe Hochburg der NSDAP. Bereits 1925 gab es eine Ortsgruppe, die erste in Südhannover. Die Edesheimer SA-Truppe, die bis 1931 auf 105 Mann anwuchs, war als Schlägertruppe berüchtigt.

Zugunglücke: 1963 und 1970 verunglückten bei Edesheim Güterzüge. In beiden Fällen wurden keine Menschen verletzt. Bei dem Unglück am 23. Februar 1963 entgleisten sieben Waggons. Sogar 26 zertrümmerte Güterwagen blockierten am 25. August 1970 die Gleise der Nord-Süd-Strecke. Ein Lkw-Sattelzug und Maschinenteile waren vom ersten Waggon eines Güterzuges gefallen und hatten den gesamten Zug zum Entgleisen gebracht.

Eingemeindung: Seit 1974 gehört Edesheim zur Stadt Northeim. Zwar fiel der Beschluss dazu im Gemeinderat einstimmig, doch, so wird der letzte Gemeindebürgermeister und spätere langjährige Ortsbürgermeister Otto Hellmich in der Chronik zitiert, freiwillig sei der Anschluss nicht erfolgt. Man habe sich dem Zwang des Gesetzes gebeugt. Edesheim war auch keine arme Braut, sondern brachte einen Überschuss von 134 000 Mark in die Northeimer Stadtkasse ein. Auch hatte der Ort damals bereits ein vollständiges Kanalnetz.

Wasseruhrenstreit: Nach der Eingemeindung sorgte 1975 der Plan der Stadtwerke Northeim, alle Haushalte des Dorfes mit Wasseruhren auszustatten, für Aufruhr. Es gründet sich eine Bürgerinitiative dagegen. Erst 1979 wird ein Kompromiss gefunden, und die Bürger erlaubten den Einbau der Wasseruhren. Seit 1981 gilt der Northeimer Wasserpreis auch in Edesheim. (Olaf Weiss)

Dorfchronik-Verkauf:

An den Montagen, 12. und 19. April, jeweils von 17 bis 18.30 Uhr, verkauft er die „Geschichte des Dorfes Edesheim (Leine)“, die vom Ortsrat des Dorfes herausgegeben worden ist, im Dorfgemeinschaftshaus. Das 352 Seiten umfassende Werk kostet 15 Euro. (ows)

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