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Die Grippewelle ist schon da auch im Kreis Northeim

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Von: Axel Gödecke

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Für Ältere: Deshalb ist die Grippeschutzimpfung so wichtig
Die Grippeimpfung und die Corona-Impfung können beide an einem Tag verabreicht werden © Sebastian Kahnert/dpa

Fallzahlen im Landkreis Northeim steigen an

Northeim – Nachdem die Grippewelle im vorigen Corona-Winter wegen der Corona-Schutzmaßnahmen ausblieb, steigt jetzt die Zahl der gemeldeten Grippefälle (Influenza) auch im Kreis Northeim deutlich. Den Gesundheitsdiensten der Kreisverwaltung wurden seit Mitte November bis 4. Dezember insgesamt 19 laborbestätigte Influenza-Fälle gemeldet.

Laut Landesgesundheitsamt Niedersachsen ist der Krankenstand für Atemwegserkrankungen ohne Corona in Niedersachsen noch einmal deutlich angestiegen und liege mit 29,7 Prozent Anteil an den Krankschreibungen deutlich über den jeweiligen Höchstwerten aller vorhergehenden Saisons seit 2007.

Die Zahl der gemeldeten Grippefälle steigt in Niedersachsen früher als in den Jahren vor Corona. Laut Landes-Gesundheitsamt wurden in der vorigen Woche 1627 laborbestätigte Influenzafälle gemeldet, im Vorjahr waren es in der gleichen Woche nur vier.

Plötzlicher Beginn und schwere Symptome

Die echte Grippe, auch Influenza genannt, beginnt in der Regel plötzlich mit hohem Fieber (bis zu 41°C), Abgeschlagenheit, Schüttelfrost, Schweißausbrüchen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Hustenreiz. 

Die Meldung von Infuenza-Erkrankungen erfolge allerdings nur dann, wenn ein Abstrich gemacht wurde, heißt es von der Leiterin der Gesundheitsdienste beim Landkreis Northeim, Dr. Regina Pabst. Bei der Beurteilung der aktuellen Influenzasaison sei zu beachten, dass der öffentliche Fokus noch immer auf den Coronaerkrankungen liege. Zurzeit seien viele Menschen erkältet. Diese machten dann häufig einen Covid-Schnelltest. Wenn dieser negativ ausfalle, werde nur selten ein weiterer Test zur Diagnostik des Erregers in die Wege geleitet. Aus diesem Grund sei bei der Influenza von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen.

Im Verlauf der fast drei Jahre währenden Coronaschutzmaßnahmen sei festzustellen, dass diese auch gut gegen die anderen Atemwegserreger helfen, so Dr. Pabst weiter. So seien insgesamt in den Coronajahren sehr viel weniger Atemwegserkrankungen aufgetreten, dazu gehöre auch die Grippe.

Einen regelrechten Run auf die Praxen wegen grippaler Infekte und möglicherweise auch der gefährlicheren Influenza, vermeldet Allgemeinarzt Wolfgang Boldt, zugleich Vorsitzender des Ärztevereins Northeim. „Unsere Praxen sind voll mit Patienten nicht nur wegen Corona, sondern auch anderen Atemwegserkrankungen, Erkältungen, aber auch Magen-Darm.“ Er mache zwar selbst keine Abstriche wegen Influenza, aber gefühlt seien allein in der letzten Woche wohl auch ein bis zwei Influenza-Fälle in der in seiner Praxis räumlich separat laufenden Infektionssprechstunde dabei gewesen.

Boldt rät auch jetzt noch zur Grippe-Impfung, zumal die Fallzahlen erfahrungsgemäß im Januar und Februar noch weiter steigen. Auch eine gleichzeitige Impfung von Corona und Grippe sei möglich.

Empfehlung: Masketragen und Impfen gegen Grippe

Die in diesem Herbst zurückgefahrenen Coronaschutzmaßnahmen führten dazu, dass sich Atemwegs-Erreger wieder völlig frei ausbreiten können, betont Dr. Regina Pabst, die Leiterin des Northeimer Kreis-Gesundheitsamts. Aktuell lasse sich ein hoher Krankenstand in Schulen, Kindergärten und Betrieben feststellen.

Betriebe und Einrichtungen sollten daher prüfen, inwieweit das Tragen von Masken noch für eine Weile eigenverantwortlich fortgeführt werden sollte. Der Mund-Nase-Schutz helfe nicht nur gegen Coronaviren, sondern auch gegen die anderer Atemwegserkrankungen.

Auch eine Grippeimpfung lohne sich jetzt noch, denn es sei mit einem weiteren Anstieg der Grippefälle zu rechnen, betont die Chefin der Kreis-Gesundheitsdienste. Besonders zu empfehlen sei eine Impfung analog zu Corona für alle 60-Jährigen sowie Personen mit chronischen Erkrankungen. Den Gesundheitsdiensten sei derzeit kein Mangel an Impfstoff bekannt. Eine gleichzeitige Impfung gegen Grippe und Corona sei möglich, werde aber eher selten angeboten, da die notwendige Handhabung der beiden Impfstoffe unterschiedlich sei. (Axel Gödecke)

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