Fragen und Antworten zum Grundstücksmarktbericht

Immobilienmarkt im Landkreis Northeim: Die Preise steigen weiter

Das Northeimer Baugebiet am südlichen Wieter.
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Der Wunsch nach dem eigenen Häuschen mit Garten ist ungebrochen. 2020 haben im Landkreis Northeim 337 Baugrundstücke den Eigentümer gewechselt. Im Bild das Northeimer Baugebiet am südlichen Wieter.

Der Immobilienmarkt in Südniedersachsen zeigt sich stabil. Das hat der Gutachterausschuss Northeim mitgeteilt, der die Entwicklung des Immobilienmarktes in der Region anhand der Kaufverträge ausgewertet hat.

Northeim – Die Entwicklung im Landkreis Northeim geben wir in Fragen und Antworten wieder.

Hat sich die Corona-Pandemie auf dem Grundstücksmarkt ausgewirkt?

Nein. Der Northeimer Gutachterausschuss hat trotz des ersten Lockdowns im vergangenen Jahr in seinem Zuständigkeitsbereich zwei Prozent mehr Immobiliengeschäfte registriert als im Jahr 2019. Insgesamt hat er nach eigenen Angaben 9940 Kaufverträge von Bauland, Gebäude sowie land- und fortswirtschaftliche Flächen ausgewertet. Der Ausschuss ist für Stadt und Landkreis Göttingen sowie die Landkreise Northeim Holzminden und Goslar zuständig.

Wie ist die Preisentwicklung bei Wohngebäuden?

Nach wie vor zeigt der Trend bei den Preisen für Ein- und Zweifamilienhäusern im Landkreis Northeim nach oben. Allerdings ist die Preisentwicklung bei älteren Häusern leicht rückläufig. So ist der Preis für den Quadratmeter Wohnfläche bei Gebäuden, die vor 1949 gebaut wurden, um zehn Euro auf 377 Euro/Quadratmeter zurückgegangen, bei jüngeren Gebäuden ist er dagegen gestiegen. Bei nach 1991 gebauten Häusern lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei 1581 Euro (Vorjahr: 1460 Euro).

Wo sind Häuser am teuersten?

Der Preis für ein Wohnhaus wird weiterhin stark davon bestimmt, wie weit entfernt es vom Oberzentrum Göttingen entfernt ist und wie groß die jeweilige Kommune ist. Der Gutachterausschuss gibt als Beispiel den Durchschnittspreis für Ein- und Zweifamilienhaus, Baujahr 1970, mit 160 Quadratmeter Wohnfläche und 800 Quadratmeter Grundstück an. In Göttingen kostet ein solches Haus demnach 530. 000 Euro,

-    in Nörten-Hardenberg 260 .000 Euro,

-   in Northeim 240. 000 Euro,

-  in Einbeck 235 .000 Euro,

-  in Hardegsen 210 .000 Euro,

-  in Bad Gandersheim, 180 .000 Euro,

-  in Moringen 175 .000 Euro,

-  in Uslar 165 .000 Euro,

-  in Katlenburg-Lindau 160 .000 Euro,

-  in Kalefeld 155 .000 Euro,

-   in Dassel 150. 000 Euro und

-   in Bodenfelde 125 .000 Euro.

Ist auch Bauland teurer geworden?

Ja. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Bauland ist im Landkreis Northeim spürbar gestiegen. Für den Quadratmeter Bauland ist laut Gutachterausschuss im vergangenen Jahr (ohne Erschließungskosten) mit 89 Euro durchschnittlich 42 Euro mehr als 2019 gezahlt worden. Allerdings ist dieser Anstieg vor allem auf deutlich gestiegenen Quadratmeterpreise in

- Northeim (144 Euro, vorher 61),

-  Nörten-Hardenberg (135 Euro, vorher 99 Euro) und

- Hardegsen (111 Euro, vorher 81),

zurückzuführen. In den meisten Städten und Gemeinden ist die Preissteigerung nur gering. In

- Bodenfelde (27 Euro, vorher 28),

- Dassel (28 Euro, vorher 29) und

-   Katlenburg-Lindau (39 Euro, vorher 41)

sind die Preise sogar leicht rückläufig. Im Landkreis sind im Jahr 2020 insgesamt 337 Baugrundstücke verkauft worden, 113 mehr als im Jahr zuvor.

Wie ist die Preisentwicklung bei landwirtschaftlichen Flächen?

Bei Ackerland haben die Preise im vergangenen Jahr leicht nachgegeben. Der Durchschnittspreis betrug 2,40 Euro pro Quadratmeter. Die Preisspanne reichte dabei von 0,97 bis 7,32 Euro. Der Durchschnittspreis für Grünland blieb mit 0,90 Euro unverändert. Gezahlt wurden zwischen 0,40 und 1,47 Euro pro Quadratmeter. Der Wert landwirtschaftlicher Flächen ist unter anderem von der Bodenqualität, der Geländeform (Hanglagen) und ihrem Zuschnitt abhängig. Denn ein rechteckiger Acker ist effektiver zu bewirtschaften als beispielsweise ein dreieckiger oder einer mit einer sehr unregelmäßigen Form. (Olaf Weiss)

Bodenrichtwerte kostenfrei abrufbar

Die Bodenrichtwerte und die lokalen Grundstücksmarktberichte der neun niedersächsischen Gutachterausschüsse für Grundstückswerte sind kostenfrei online unter immobilienmarkt.niedersachsen.de abrufbar. Sechs der neun Berichte für 2021 stehen laut Mitteilung bereits zum Download bereit, die übrigen drei folgen in den nächsten Tagen. (ows)

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