Ausbau soll mit Glasfaserkabel erfolgen

Breitbandnetz: Landkreis Northeim schreibt Beseitigung der letzten weißen Flecken aus

Ein Leerrohrbündel mit Glasfaserkabeln eines Breitband-Versorgers.
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Voraussetzung für Übertragungsraten von einem GBit sind Glasfaserkabel (hier im Leerrohrbündel).

Northeim – Der Breitbandausbau im Landkreis Northeim geht langsam weiter. Wie Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) am Mittwoch ankündigte, werde die Beseitigung der verbliebenen weißen Flecken nun ausgeschrieben.

4276 private Adressen vornehmlich in Außenbereichen und Randlagen, zwei Schulen sowie 347 Adressen in Gewerbegebieten sollen dabei einen Internetanschluss mit Glasfaserkabel erhalten. Es ermöglicht Übertragungsraten von einem Gigabit pro Sekunde. Die Ausschreibung ist möglich, weil nun der Förderbescheid des Landes Niedersachsen vorliegt. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) übergab ihn am Dienstag an die Landrätin.

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD)

Das Land fördert die Beseitigung der weißen Flecken mit 7,2 Millionen Euro. Vom Bund liegt seit einem Jahr ein Förderbescheid über 12,8 Millionen Euro vor. 7,6 Millionen Euro beträgt der Eigenanteil des Landkreises. Je nachdem, wie die Ausschreibung ausfällt, kann er aber noch höher werden, teilte Landkreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer mit..

Im Kreishaus hofft man, dass der Ausbau schneller geht als vier Jahre. Diesen Zeitraum hatten Firmen im Sommer 2019 als Voraussetzung für eine Teilnahme an der Ausschreibung genannt. Schon damals war die Ausschreibung angekündigt worden, doch weil das Land ein Dreivierteljahr für die Erarbeitung seiner Förderkriterien gebraucht habe, so die Dezernentin für Kreisentwicklung, Uljana Grube, habe sich alles verzögert.

Ausgeschrieben werden soll zunächst im Spätsommer bis Herbst der Anschluss der Gewerbegebiete und der Schulen. Die Ausschreibung für die privaten Adressen, erklärte Nils Johannson, in Grubes Dezernat für den Breitbandausbau zuständig, soll im Spätherbst/Winter folgen. Seit dem Markterkundungsverfahren sei so viel Zeit vergangen, sodass alle ermittelten Adressen überprüft werden müssen, um einen Doppelausbau zu verhindern, weil in einigen Bereichen Unternehmen wie Goetel den Ausbau bereits vollzogen haben. Auch könne aus einem Einfamilienhaus ein Mehrparteienhaus geworden sein, das mehr als einen Anschluss braucheNortheim – Der erste geförderte Breitbandausbau im Landkreis, den die Deutsche Telekom vorgenommen hat, ist derweil immer noch nicht vollständig abgeschlossen.

Die Deutsche Telekom ist noch nicht fertig

8881 Adressen seien bisher angeschlossen. Von ihnen können nach den Worten von Nils Johannson, in der Kreisverwaltung für den Breitbandausbau zuständig, 8631 Adressen Übertragungsraten von bis zu 250 Mbit pro Sekunde nutzen. 456 stehen bis zu 50 Mbit pro Sekunde zur Verfügung.

Aber noch rund 200 Adressen in der Bad Gandersheimer Ortschaft Heckenbeck und fünf Adressen in der Wahmbeck, das zu Bodenfelde gehört, seien noch nicht angeschlossen. Probleme bereite in beiden Fällen die Querung von Eisenbahnlinien. Das Abstimmungsverfahren mit der Deutschen Bahn verlaufe sehr zäh, erklärte Johannson. Die Frist für die Fertigstellung des Ausbaus war der Telekom mehrfach verlängert worden, zuletzt von Ende Januar auf Ende Juni dieses Jahres.

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel kündigte an, dass auch nach der Beseitigung der letzten weißen Flecken im Breitbandnetz des Landkreises der Netzausbau noch nicht abgeschlossen sei. Dann gelte es, die Haushalte in den Bereichen direkt ans Glasfasernetz zu bringen, wo das Glasfaserkabel nur bis zum letzten Verteilerkasten verlegt ist und zu den Häusern noch Kupferkabel liegen.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU).

Um diesen Ausbau zu beschleunigen, wünscht sich Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU), dass Bund und EU ihre Förderkriterien lockern. Es sei nicht mehr zeitgemäß, Bereiche mit Übertragungsraten von 30 MBit pro Sekunde als vollversorgt anzusehen. „Das ist ein Treppenwitz“, sagte der Minister. Außerdem sprach er sich im Interesse eines beschleunigten Breitbandausbaus dafür aus, für einen begrenzten Zeitraum von vielleicht zwei Jahren wie nach der Deutschen Einheit die Genehmigungsverfahren zu vereinfachen.

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