Täter haben es im Landkreis auf Katalysatoren abgesehen

Diebe scharf auf Edelmetall

Ein Blaulicht leuchtet am auf dem Dach eines Polizeiwagens.
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(Symbolbild)

Eine spezielle Diebstahlsserie hält derzeit die Polizei auf Trab: Unbekannte Täter bauen aus abgestellten Autos die Katalysatoren aus.

Northeim – Besonders betroffen ist derzeit der Landkreis Northeim. Seit Mitte Februar gab es 16 dieser Taten im Bereich der Polizeiinspektion Northeim. Mal schlagen die Diebe in Northeim zu, mal in Einbeck, Bad Gandersheim, Dassel oder Uslar.

Auch in anderen Teilen Niedersachsens haben die Katalysator-Diebstähle nach Angaben des niedersächsischen Landeskriminalamtes (LKA) zugenommen. Genaue Zahlen gebe es zwar nicht, seit 2020 sei aber ein deutlicher Anstieg festzustellen, sagte eine Sprecherin des LKA auf HNA-Anfrage.

Was die Katalysatoren so begehrt macht, sind die darin enthaltenen Rohstoffe. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter versuchen, die geklauten Katalysatoren zu Geld zu machen. Die ausgebauten Teile mögen zwar auf den ersten Blick wie wertloser Schrott aussehen, besitzen aber ein wertvolles Innenleben.

In jedem Katalysator sind einige Gramm der Edelmetalle Platin, Palladium und Rhodium eingebaut – und die Preise für diese Edelmetalle sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Besonders kostbar ist das Rhodium, das zur Verringerung der Stickoxide in den Abgasen eingesetzt wird. Dieses Edelmetall kommt in der Natur sehr selten vor und zählt zu den teuersten Metallen überhaupt. Aktuell werden Medienberichten zufolge für ein Gramm Rhodium Ankaufspreise von bis zu 700 Euro gezahlt.

Betroffen sind meist ältere Fahrzeugmodelle, bei denen die Katalysatoren in den Unterboden montiert sind, sodass die Täter leicht herankommen können. Bei neueren Fahrzeugen gestaltet sich der Ausbau schwieriger, weil sich die Katalysatoren schwer zugänglich unter der Motorhaube befinden.

Bei einem der jüngsten Diebstähle in Northeim wurde der Katalysator eines Mercedes der A-Klasse, der bei einem örtlichen Gebrauchtwagenhändler zum Verkauf stand fachgerecht herausgetrennt. Vermutlich hätten die Täter dazu eine Flex benutzt, sagte die Northeimer Polizeisprecherin Simone Köhler.

Erst Mitte dieser Woche wurden aus zwei Fahrzeugen in Sudheim die Katalysatoren ausgebaut. Die Autos standen laut Polizeibericht auf dem Parkplatz eines Privatgrundstücks. Allein bei diesen beiden Taten war ein Gesamtschaden von 2500 Euro entstanden. (Heidi Niemann)

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