Dörfer sollen Friedhofskapellen zum Nulltarif übernehmen

Northeim. Das schmeckt den Dörfern überhaupt nicht: Die Northeimer Ortschaften Stöckheim, Berwartshausen und Schnedinghausen sollen von der Stadt die örtlichen Friedhofskapellen in eigener Regie übernehmen, ohne auch nur einen Cent dafür zu bekommen. Dagegen regt sich derzeit Widerstand.

Warum, wird am Beispiel Stöckheim deutlich. „Wir haben unsere Kapelle Anfang der 1970er-Jahre neu gebaut und diese nach der Gebietsreform im besten Zustand an die Stadt abgetreten“, erläutert Ortsbürgermeister Dietmar Weiß. „Jetzt weist die Kapelle diverse bauliche Mängel auf und wir sollen die Schäden auf eigene Kosten reparieren“, beschreibt Weiß die kritische Einstellung der Ortschaft.

Die Stadt Northeim lässt in dieser Angelegenheit nicht mit sich diskutieren. „Wer auf unsere finanzielle Situation schaut, weiß, dass wir so und nicht anders handeln müssen“, beantwortet Jörg Dodenhöft die HNA-Anfrage. Für den Kämmerer und Vertreter des Bürgermeisters gibt es nur zwei Alternativen: „Entweder die Dörfer übernehmen die Kapellen in eigener Regie, oder sie werden geschlossen!“

Im bereits ausgearbeiteten Nutzungsvertrag gehen die Dörfer oder eventuell zu gründende Trägervereine völlig leer aus. Neben der laufenden Bewirtschaftung müssen alle Instandsetzungs- und Verschönerungsarbeiten sowie mögliche Um- und Erweiterungsmaßnahmen aus der eigenen Tasche finanziert werden. Die Stadt schließt alle Investitionszuschüsse aus. Auch die Schneeräumung im Winter ist dann Sache der Orte.

Für Dietmar Weiß steht fest: „Uns wird die Pistole auf die Brust gesetzt!“ Grundsätzlich wäre eine Übernahme möglich, sagt er. Die Einnahmen von sieben bis zehn Beisetzungen pro Jahr würden die laufenden Kosten decken, nicht aber außerplanmäßige Ausgaben - beispielsweise für die derzeit defekte Dachrinne, von der das Wasser ins Mauerwerk läuft. (ajo)

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