Teenager-Morde: Angeklagter lässt grausame Details schildern

Göttingen/Bodenfelde. Zwei junge Menschen hat Jan O. im vergangenen November in Südniedersachsen umgebracht. Jetzt muss er sich vor dem Landgericht in Göttingen verantworten. 40 Minuten dauerte am Mittwoch die Verlesung seines Geständnisses mit grausamen Details.

Der 26-jährige Beschuldigte hat laut Anklage Mitte November 2010 die 14-jährige Nina und den 13-jährigen Tobias in der südniedersächsischen Gemeinde Bodenfelde erstochen beziehungsweise erwürgt. Der Staatsanwalt sagte, der Angeklagte habe die Taten "zur Befriedigung seines Geschlechtstriebes, heimtückisch und grausam" begangen. Er attestierte dem Angeklagten "seelische Abartigkeit".

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Am 15. November habe der Beschuldigte nach dem Konsum mehrerer Flaschen Bier zunächst geplant, Nina zu vergewaltigen. Als das Mädchen um Hilfe rief, habe er sie am Rande einer Fichtenschonung gewürgt, zu Boden geworfen und auf sie eingestochen.

Während des Verlesens des Geständnisses von Jan O. verließen Zuschauer und Journalisten den Saal. Die Schilderungen seien "grausam" gewesen, sagten Augenzeugen.

aktualisiert um 17.30 Uhr

Die Mutter der ermordeten Nina, die als Nebenklägerin auftrat, saß im Gerichtssaal und hörte den Ausführungen zu, in der Verhandlungspause beteuerte sie in Interviews, "das Ganze durchstehen zu wollen". Sie fixiert den mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter nahezu ununterbrochen mit den Augen. Als der Staatsanwalt den grausamen Mord an ihrer Tochter detailliert schildert, laufen ihr Tränen über das Gesicht. Die Eltern von Tobias L. lassen sich von ihrem Anwalt vertreten.

Der Prozess findet unter großem Medieninteresse statt. Vor dem Gericht halten Einwohner aus Bodenfelde und der Verein für Opferschutz aus Northeim eine Mahnwache. Die Jugendfeuerwehr Bodenfelde, in der der getötete Tobias Mitglied war, stellte Kerzen vor dem Gerichtsgebäude auf.

Doppelmord in Bodenfelde: Riesiger Medienrummel zum Prozessbeginn

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Der Verteidiger Markus Fischer geht davon aus, dass sein Mandant wegen Mordes verurteilt wird. Er erwartet wegen verminderter Schuldfähigkeit eine Unterbringung in einer Psychiatrie.

Doppelmord in Bodenfelde

 © HNA/Dumnitz
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Polizisten der Bereitschaftspolizei Göttingen steigen am Montag vor dem Feuerwehrhaus in Bodenfelde aus ihren Autos. © dapd
Einsatzkräfte der Polizei und der Feuerwehr bauen Beleuchtung für die Spurensicherung auf. © dapd
In unwegsamem Gelände sind am Sonntagnachmittag nahe des Mühlengrabens in Bodenfelde die zwei Leichen gefunden worden. © Dumnitz/Schmidt-Hagemeyer
Ein Polizist geht über eine Wiese zu einem Bach, in dessen Nähe die Leichen der zwei Jugendlichen gefunden wurden. © dapd
Ein Mitarbeiter der Spurensicherung sucht neben einem Bach am Rande eines Wäldchens. © dapd
In unwegsamem Gelände sind am Sonntagnachmittag nahe des Mühlengrabens in Bodenfelde die zwei Leichen gefunden worden. © Dumnitz/Schmidt-Hagemeyer
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In unwegsamem Gelände sind nahe des Mühlengrabens in Bodenfelde die zwei Leichen gefunden worden. © Dumnitz/Schmidt-Hagemeyer
Polizeiautos stehen nach dem Fund in Bodenfelde. © Dumnitz/Schmidt-Hagemeyer
Anwohner stehen zusammen nachdem die beiden Jugendlichen gefunden wurden. © Dumnitz/Schmidt-Hagemeyer
In unwegsamem Gelände sind nahe des Mühlengrabens in Bodenfelde die zwei Leichen gefunden worden. © Dumnitz/Schmidt-Hagemeyer
Zwei Polizisten sichern am Sonntag Spuren nach dem Fund der zwei toten Jugendlichen. © dpa
Ein Polizeiauto steht vor dem Friedhof in Bodenfelde, nachdem in der Nähe die Leichen von zwei Jugendlichen gefunden wurden. © dpa
In unwegsamem Gelände sind  nahe des Mühlengrabens in Bodenfelde die zwei Leichen gefunden worden. © Dumnitz/Schmidt-Hagemeyer
Einsatzkräfte der Polizei und der Feuerwehr bauen Beleuchtung für die Spurensicherung auf. © dpa
Zwei Polizisten sichern am Sonntag Spuren nach dem Fund der zwei toten Jugendlichen. © dpa
Zwei Anwohner zünden am Sonntag Kerzen in Bodenfelde an. © dpa
Zwei Anwohner zünden Kerzen in Bodenfelde an. © dpa
Ein Kameramann filmt am Sonntag die Absperrung eines Tatortes in Bodenfelde, nachdem die Leichen von zwei Jugendlichen hier gefunden wurden. © dpa
Zwei Polizisten sichern am Sonntag die Absperrung des Tatortes in Bodenfelde. © dpa
Mehrere Polizisten der Spurensicherung untersuchen den Tatort in Bodenfelde im Landkreis Northeim. © dpa
Mehrere Polizisten der Spurensicherung untersuchen den Tatort in Bodenfelde im Landkreis Northeim. © dpa
Ein Kameramann filmt in Bodenfelde, nachdem die Leichen von zwei Jugendlichen hier gefunden wurden. © dpa
Anwohner zünden am Sonntag Kerzen in Bodenfelde an. © dpa
Anwohner zünden Kerzen in Bodenfelde an. © dpa
Mehrere Polizisten der Spurensicherung untersuchen den Tatort in Bodenfelde. © dapd
Ein Mitarbeiter der Spurensicherung kommt in Bodenfelde vom Mühlenbach. © dapd
Ein Mitarbeiter der Spurensicherung geht hinter einem abgesperrten Zugang zu einem Weg am so genannten Mühlenbach, der durch den Ort führt, an dem am Nachmittag zwei tote Kinder gefunden worden sind, während im Hintergrund die Ausleuchtung durch die Spurensicherung zu sehen ist. © dapd
Polizisten stehen am Sonntag in Bodenfelde am abgesperrten Zugang zu einem Weg am sogenannten Mühlenbach. © dapd
Anwohner haben Kerzen in Bodenfelde angezündet. © dapd
Die beiden Jugendlichen gingen auf die Heinrich-Roth-Gesamtschule. © dapd
Ein Polizeiwagen steht am Montag in Bodenfelde vor der Heinrich-Roth-Gesamtschule. Nach dem Fund der Jugendlichen, die Schüler der Gesamtschule waren, dauern die Ermittlungen an. © dapd
Das Foto vom zeigt ein Ortseingangsschild von Bodenfelde. © dapd
Das Foto zeigt ein Ortseingangsschild von Bodenfelde. © dapd
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
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Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
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Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Zahlreiche Ü-Wagen von Fernsehteams aus ganz Deutschland sind zurzeit in Bodenfelde. © Oschmann
Zahlreiche Fernsehteams aus ganz Deutschland sind zurzeit in Bodenfelde. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Bei einer Pressekonferenz geben Polizei und Staatsanwaltschaft erste Informationen zu den Mordfällen. © Oschmann
Ein Polizist in Wathose verlässt in Bodenfelde den Ort, nahe dem die Leichen von zwei Jugendlichen gefunden wurden. © dpa
Mit Kerzen und Blumen wird in Bodenfelde der zwei ermordeten Jugendlichen aus dem Ort gedacht. © dpa
Reste von Flatterband der Polizei liegen am Montag nahe des Fundortes in Bodenfelde am Boden. © dpa
Reste von Flatterband der Polizei hängen nahe des Fundortesim Gebüsch. © dpa
Reste von Flatterband der Polizei hängen am Montag nahe des Fundortes in Bodenfelde. © dpa
Das Umfeld des Fundortes in Bodenfelde. © dpa
Reste von Flatterband der Polizei hängen am Montag nahe des Fundortes in Bodenfelde. © dpa
Mordopfer Nina B. © dpa
Mordopfer Tobias L. © dpa
Kerzen stehen am Montag (22.11.2010) nahe der Fundstelle an der tags zuvor die Leichen von zwei Jugendlichen in Bodenfelde gefunden wurden. © dpa
 © Dumnitz
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 © Dumnitz
 © dpa/Rampfel
 © dpa/Rampfel
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Laut einem psychiatrischen Gutachten war er zum Zeitpunkt der Taten nur eingeschränkt steuerungsfähig. Der Richter sprach am Mittwoch zudem von einer "schwer ausgeprägten Persönlichkeitsstörung". Der Angeklagte könnte deshalb entweder zu Sicherungsverwahrung verurteilt werden oder in eine psychiatrische Klinik kommen. Der Verteidiger sagte kurz vor Verhandlungsbeginn, dass sein Mandant derzeit durchaus Reue und Scham zeige. "Wenn der Prozess vorbei ist, wird er definitiv auch erleichtert sein." Das Verfahren vor dem Landgericht fand unter großem Medien- und Publikumsandrang statt.

Mögliche Fahndungspannen sind zunächst nicht Gegenstand des Prozesses. So hatte der Angeklagte vor der Tat gegen Bewährungsauflagen verstoßen, man hätte ihn deshalb in Haft nehmen müssen, hatte der Bürgermeister von Bodenfelde gesagt. Für schwere Gewalttaten habe es keine Anzeichen gegeben, hatte indes die Staatsanwaltschaft erklärt. Nach Ninas Verschwinden hatten ihre Eltern eine Vermisstenanzeige aufgegeben, da die Schülerin aber schon öfter weggelaufen war, verzichtete die Polizei auf eine öffentliche Fahndung.  (kat/dapd/dpa)

Aus Rücksicht auf Opfer und Angehörige sowie aus Pietätsgründen werden die Taten hier nicht bis ins Detail geschildert. Zudem ist die Kommentarfunktion gesperrt. 

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