Alice, Ellen und Paul verschwunden

Drei Harz-Luchse befreit: Unbekannte zerschnitten Zaun

Entkommen: Die beiden Luchsinnen Alice und Ellen im Gehege an den Harzer Rabenklippen. Foto: Anders/Nationalpark Harz

Bad Harzburg. Illegale Tierbefreier haben drei Luchsen aus dem Schaugehege an den Rabenklippen bei Bad Harzburg zum Ausbruch verholfen. Der Leiter des Harzer Luchsprojektes, Ole Anders, ist über diese Attacke schockiert.

Die Unbekannten hätten mit einem Bolzenschneider bodennah zwei große Löcher in den Außen- und Innenzaun geschnitten, sagte er am Donnerstag. Die Tat habe sich am Dienstagabend ereignet. Um 16 Uhr hätten Mitarbeiter die drei Luchse Alice, Ellen und Paul noch im Gehege gesehen.

Gegen 21 Uhr habe ein Wanderer einen Luchs vor der Anlage beobachtet, sagte Anders. Als Mitarbeiter das Gehege aufsuchten, entdeckten sie die Löcher im Zaun. Von den drei Luchsen fehlte jede Spur.

Die drei Pinselohren waren erst Anfang des Jahres ins Schaugehege eingezogen. Die beiden weiblichen Tiere stammen aus dem Tierpark Mönchengladbach, der Kuder aus dem Bielefelder Tierpark Olderdissen.

Die Nationalpark-Verwaltung hat Strafanzeige erstattet. Ole Anders hat für die Aktion kein Verständnis. Die Täter hätten den Luchsen einen Bärendienst erwiesen. Alle drei Luchse stammten aus Gehegen und seien ein Leben in freier Wildbahn nicht gewohnt.

Das Luchs-Gehege war 2000 eröffnet worden und hat sich seitdem zu einer der größten Besucherattraktionen des Harzes entwickelt. Bei den öffentlichen Fütterungen stehen bis zu 300 Besucher am Gehege. Statt bisher fünf können sie jetzt nur noch zwei Luchse beobachten. (pid)

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