Netzausbau beginnt in zweiter Jahreshälfte 2016

In drei Jahren Breitband im gesamten Kreis Northeim

Northeim. Bis Ende 2018 sollen nahezu alle Haushalte im Landkreis Northeim einen schnellen Zugang zum Internet haben. Das kündigte der Kämmerer des Landkreises, Harald Rode, an. Der Landkreis sei der erste Kreis in Niedersachsen, der seine Ausbau-Planung fertiggestellt habe.

Weil sich die Bekanntgabe der Förderrichtlinien von Bund von Land verzögert haben, habe sich der gesamte Zeitplan verschoben. „Der Ausbau macht nur mit Förderung Sinn“, betonte Rode.

Der Bund fördert den Breitbandausbau mit einer Quote von 50 Prozent, aber maximal zehn Millionen Euro, wenn mindestens 85 Prozent des Gebietes eine Übertragungsrate von 50Mbit/s erreichen. Das Land Niedersachsen fördert, wenn durch den Netzausbau 95 Prozent des Gebietes eine Übertragungsrate von 30Mbit/s erreichen. Dementsprechend, so Rode, sollen im Landkreis Northeim 85 Prozent auf 50Mbit/s und weitere mindestens zehn Prozent auf 30Mbit/s gebracht werden.

Sollte die Bundesnetzagentur die sogenannte Vectoring-Technik beim Netzausbau zulassen, wovon Rode ausgeht, werden nach seinen Worten am Ende sogar mindestens 98 Prozent der Haushalte mit 30Mbit/s im Internet surfen können.

Der Ausbau soll in der zweiten Jahreshälfte 2016 beginnen. Nach und nach sollen dann in den folgenden zwei Jahren die weißen Flecken im Breitbandnetz verschwinden.

Zurzeit läuft ein Interessenbekundungsverfahren. Bis zum 25. Januar 2016 können sich Telekommunikationsanbieter melden, die den Netzausbau im Landkreis vornehmen wollen. Wenn feststeht, welcher Anbieter welche Abdeckung zu welchem Preis bietet, geht Rode davon aus, dass der Kreistag „im zeitigen Frühjahr“ in einem Nachtragshaushalt den Anteil des Landkreises an den Ausbaukosten bewilligt. Denn die Kosten, die nach der Förderung von Bund und Land noch übrig bleiben, sollen sich der Landkreis und die Städte und Gemeinden teilen.

Die weißen Flecken im Breitbandnetz, also die noch nicht versorgten Bereiche, sollen vor allem durch die Verlegung von Glasfaserkabeln von den sogenannten Hauptverteilern zu den Kabelverzweigern beseitigt werden. Nur in Einzelfällen sollen dabei als Alternative Funklösungen zum Einsatz kommen.

Von den Kabelverzweigern aus werden die Haushalte per Kupferkabel ans Netz angeschlossen. Mit der Vectoring-Technik lässt sich ihre Datenübertragungsrate verdoppeln. Diese Technik ist von der Bundesnetzagentur noch nicht zugelassen, weil sie nur eingesetzt werden kann, wenn der jeweilige Verzweiger nur von einem Netzanbieter genutzt wird, beispielsweise der Deutschen Telekom.

Rubriklistenbild: © dpa

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