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Drogen und Waffen in der Küche versteckt

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Von: Heidi Niemann

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Uli Deck/dpa
Ein Mann aus dem Kreis Northeim muss sich jetzt unter anderem wegen Drogenhandels vor Gericht verantworten (Symbolbild). © Symbolbild: Uli Deck/dpa

Ein 53-Jähriger aus dem Landkreis Northeim muss sich jetzt wegen Dealens vor Gericht verantworten. Der Angeklagte weist allerdings alle Vorwürfe zurück

Northeim/Göttingen - Wegen bewaffneten unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge muss sich seit Anfang der Woche ein 53-jähriger Mann aus dem Landkreis Northeim vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Der Angeklagte, der seit September in Untersuchungshaft sitzt, soll in einer Wohnung in Hardegsen 48 Gramm Cannabis und 44 Gramm Amphetamin verwahrt haben. Außerdem soll er mehr als vier Gramm Kokain besessen haben.

Die Drogen waren im Juni vergangenen Jahres bei einer polizeilichen Durchsuchung gefunden worden. Die Fahnder entdeckten in der Wohnung außerdem eine geladene Schreckschusspistole. Laut Anklage sollen sich sowohl die Drogen als auch die Waffe (Kaliber 9mm) in der Küche befunden haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte zeitweise in der durchsuchten Wohnung gewohnt hatte. Er habe die dort aufgefundenen Betäubungsmittel erworben, um sie gewinnbringend weiterzuverkaufen.

Der Verteidiger verlas im Namen seines Mandanten eine Erklärung, in der er die Vorwürfe zurückwies. Nach Angaben des Angeklagten gehörten ihm weder die Drogen noch die Waffen. Er habe auch nie in der betreffenden Wohnung gewohnt, in der die Fahnder die Betäubungsmittel und die Pistole aufgefunden hatten. Die Pistole habe seinem Sohn gehört, er habe davon keine Kenntnis gehabt.

Welche Beziehung der Angeklagte zu der Wohnung und zu der Wohnungsinhaberin hatte, wer welche Möbel besaß oder nutzte, darüber gab es zu Beginn des Prozesses unterschiedliche Versionen. Nach der Version des Angeklagten hatte er die Wohnungsinhaberin 2020 kennengelernt. Zwar stammten einige Möbel von ihm, er sei aber nie bei ihr eingezogen, erklärte er. In der Wohnung hätten öfter Partys stattgefunden, dann sei er über Nacht dortgeblieben.

Bei diesen Partys habe sich die Wohnungsinhaberin sehr großzügig gezeigt und den Gästen Alkohol, Marihuana und Amphetamin zur Verfügung gestellt, teilweise auch Kokain. Sie habe auch seinen Söhnen Marihuana zur Verfügung gestellt und ihnen Geldgeschenke gemacht, um sie dazu zu bewegen, Zeit mit ihr zu verbringen.

Der Angeklagte erklärte dies damit, dass die Wohnungsinhaberin eine andere Vorstellung von ihrem Verhältnis gehabt und sich wohl „ein irgendwie romantisches Verhältnis“ vorgestellt habe. Die Wohnungsinhaberin stellte dies allerdings deutlich anders dar. Der Angeklagte habe sehr wohl bei ihr gewohnt. Er sei nach einem Wasserschaden bei ihr eingezogen, sagte die 57-Jährige. Später hätten seine Söhne auf seine Veranlassung hin ein Sideboard gebracht.

In diesem Schrank sowie im Tiefkühlfach hatten die Fahnder später die Drogen gefunden. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters, ob sie eine Ahnung habe, woher die Drogen stammen könnten, sagte die Zeugin: „Nein.“ Sie habe allerdings gewusst, dass der Angeklagte Kokain nehme, das habe er ihr selbst mal erzählt. Sie selbst habe nur mal einen Joint geraucht.

Die Verhandlung wurde von zahlreichen Zuhörern verfolgt. Sie bekamen allerdings keinen besonders positiven Eindruck von der Arbeit des Gerichts: Sowohl der Vorsitzende Richter als auch der Verteidiger sprachen so leise, dass man sie hinten im Zuschauerbereich kaum verstehen konnte. Auch die Zeugin war nur bruchstückhaft zu verstehen. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.   (pid)

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