Drogenrazzia in Lindau: Vor dem Landgericht Göttingen hat der Prozess begonnen

Abtransport: In Plastiktüten und Kartons wurden die Marihuanapflanzen und das Zubehör für den Betrieb der Plantage aus dem Haus in Lindau gebracht. Foto:  Archiv/nh

Lindau/Göttingen. Sechs Monate nach einer großangelegten Drogenrazzia in Lindau und mehreren anderen Orten hat am Mittwoch vor dem Landgericht Göttingen der erste Prozess in dem Verfahrenskomplex begonnen.

Angeklagt sind ein 29-jähriger Mann aus Northeim sowie zwei 30 und 42 Jahre alte Männer aus Lüneburg.

Die übrigen fünf Angeklagten müssen sich ab Donnerstag in einem zweiten Prozess vor Gericht verantworten. Die Strafkammer hatte das Verfahren abgetrennt, da es Probleme gab, die insgesamt acht Verteidiger terminlich unter einen Hut zu bringen.

Drahtzieher aus Northeim

Laut Anklage soll der 29-jährige Angeklagte aus Northeim einer der Drahtzieher des Drogenhandels sein. Die Staatsanwaltschaft hat ihn wegen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge angeklagt. Der 29-Jährige soll gemeinsam mit einem der Hauptangeklagten aus dem zweiten Verfahren ein leeres Wohnhaus an der Bundesstraße in Lindau angemietet haben, um dort eine Marihuana-Plantage einzurichten.

Später sollen sie einen weiteren Angeklagten aus dem zweiten Prozess, der über umfangreiche Kenntnisse im Bereich des Marihuana-Anbaus verfügen soll, in ihr Projekt einbezogen haben. Ziel sei es gewesen, die Pflanzen nach der Ernte gewinnbringend zu verkaufen.

Großaufgebot der Polizei

Die Polizei hatte Ende August 2016 mit einem Großaufgebot das Haus in der Ortsmitte von Lindau sowie 16 weitere Häuser und Wohnungen durchsucht. Hierzu gehörten neben neun Objekten im Raum Northeim auch eine Wohnung in Osterode sowie sechs Objekte in den Landkreisen Hildesheim und Lüneburg. In dem Haus in Lindau stießen die Fahnder auf eine große Marihuana-Plantage. Das Haus sei von oben bis unten voll mit Marihuana-Pflanzen gewesen, sagte damals ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Insgesamt stellten die Polizisten etwa 1000 Cannabis-Pflanzen in unterschiedlichen Wachstumsstadien sowie jede Menge technisches Equipment sicher, das für den Betrieb einer derartigen Plantage benötigt wird. Ein Teil der Pflanzen stand laut Anklage unmittelbar vor der Ernte.

Die beiden Mitangeklagten aus Lüneburg müssen sich wegen Beihilfe zu den Drogendelikten verantworten. Der 30-Jährige soll an der Einrichtung der Plantage beteiligt gewesen sein. Der bereits vielfach vorbestrafte 42-Jährige soll auf seinen Namen einen Container für den Betrieb der Plantage bestellt haben.

Acht Verhandlungstage

Der Prozess wurde nach Verlesung der Anklage unterbrochen. Er soll Anfang März fortgesetzt werden. Das Gericht hat insgesamt acht Verhandlungstage angesetzt. (pid)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.