Ehemaliger Northeimer Stadtdirektor  gestorben: Trauer um Werner Hesse

Werner Hesse Archivfoto:  Gödecke

Northeim. Die Stadt Northeim trauert um Werner Hesse. Der ehemalige Stadtdirektor und langjährige Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion starb am Dienstag im Alter von 84 Jahren. Die Entwicklung der Kreisstadt in den vergangenen 50 Jahren ist maßgeblich von Hesse mit geprägt worden.

Zwölfeinhalb Jahre war er als Stadtdirektor Verwaltungschef im Northeimer Rathaus. Zu seinen Verdiensten gehören unter anderem die Altstadtsanierung und die Rhume-Eindeichung. Auch der Wiederaufbau der im November 1986 bei einem Brand zerstörten Stadthalle ist eng mit Werner Hesse verbunden.

Der gebürtige Northeimer gehörte von April 1961 bis zu seinem Amtsantritt als Stadtdirektor am 1. Dezember 1980 dem Stadtrat an. Von Oktober 1964 bis Juni 1974 hatte er das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters inne. Von 1972 bis 1980 war Hesse, der vor seinem Amtsantritt als Stadtdirektor Verwaltungsdirektor bei den Arbeitsämtern in Göttingen und Northeim war, Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten im Rat.

Für seine Verdienste um die Stadt war Hesse bereits 1972 mit dem Wappenteller der Stadt geehrt worden.

Auch im Ruhestand blieb Hesse politisch aktiv. Als städtischer Beamter im Ruhestand war es sein Selbstverständnis, weiterhin zum Wohle Northeims zu wirken, zumindest aber Schaden von der Kreisstadt abwenden zu müssen. Wegen seines umfassenden Wissens im Verwaltungsrecht blieb er so bis zu seinem Tod als graue Eminenz der Northeimer Lokalpolitik über Parteigrenzen hinweg ein wichtiger Ratgeber für viele Kommunalpolitiker.

Wenn er gravierende Fehlentwicklungen oder Ungerechtigkeiten ausgemacht hatte, beließ es Hesse aber nicht nur bei Ratschlägen hinter den Kulissen, sondern wurde selbst aktiv. So engagierte er sich unter anderem bei der Bürgerinitiative gegen den Bau eines Mobilfunkmastes auf dem Wieter und war treibende Kraft innerhalb der Interessengemeinschaft der Erbbauberechtigten, die sich gegen den Automatismus der Erbpachtanhebungen der Klosterkammer Hannover wendet.

Auch als Berater der Bürgerinitiative gegen den Bau des Müllkraftwerks auf dem Gelände der Firma Umweltschutz Mitte war er, obwohl seit einem Jahr bereits durch Krankheit geschwächt, bis zu seinem Tod tätig.  

Seit seinem Eintritt in den Ruhestand am 1. April 1993 kümmerte sich Hesse außerdem leidenschaftlich um die Northeimer Heimatgeschichte. Unzählige Artikel in den Northeimer Jahrbüchern sowie eine Reihe eigener Buchveröffentlichungen wie das Werk „Northeim im 20. Jahrhundert“ zeugen von seiner akribischen historischen Recherche. Im Auftrag der Northeimer Stadtwerke verfasste er noch 2012 eine Chronik des Versorgungsbetriebs.

Hesse hinterlässt eine Frau und einen Sohn.

Von Olaf Weiss

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