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Landkreis Northeim: Polizei registriert immer wieder schwere Fahrradunfälle

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Von: Kathrin Plikat

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Fahrrad Auto Unfall
Immer wieder kommt es im Landkreis zu schweren Fahrradunfällen. Bei unserem Foto handelt es sich um eine gestellte Szene. © Niko Mönkemeyer

Im vorigen Jahr wurden bei Fahrradunfällen im Kreis Northeim 11 Menschen schwer und 50 Menschen leicht verletzt.

Northeim - „Fahrradfahrer stürzt auf abschüssiger Straße und verletzt sich schwer“, „Autofahrer übersieht Radfahrer, der wird bei Zusammenstoß schwer verletzt“: Immer wieder tauchen in diesen Wochen in den Pressemitteilungen der Northeimer Polizei solche Meldungen auf.

Laut Matthias Heise vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Northeim nimmt der Fahrradverkehr im Kreisgebiet seit einigen Jahren konstant zu. Viele Menschen steigen auf die sogenannten Pedelecs um, also Fahrräder mit einem Elektroantrieb bis zu 25 km/h. „Das ist für den Klimaschutz und auch für die Gesundheit natürlich zu begrüßen, wenn das Auto einmal mehr stehen bleibt“, so Heise.

Allerdings sollte sich jeder Radfahrer auch mit den Regeln vertraut machen, die für Radfahrer im Straßenverkehr gelten. Und: Auch ein Fahrrad mit Elektroantrieb müsse man „beherrschen“ können, so der Polizeibeamte weiter.

Denn es mache schon einen Unterschied, ob man mit einem herkömmlichen Fahrrad, ober aber mit einem Pedelec oder E-Bike unterwegs sei, weil die Elektro-Fahrräder nicht nur viel mehr Gewicht haben, sondern eben einen Antrieb, den man unter Kontrolle bringen müsse.

Aus diesem Grund rät Heise dazu, Pedelec und E-Bike im Fachhandel vor Ort zu kaufen und unbedingt immer eine Probefahrt zu machen. Vor allem für ältere Fahrradfahrer bietet die Landesverkehrswacht laut Heise inzwischen Kurse „Fit mit Pedelec“ an, nach seinen Worten demnächst auch in Northeim.

Für den Polizeibeamten sei das „A und O“ beim Fahrradfahren aber wie bisher das Tragen eines Fahrradhelms. „Jeder weiß doch inzwischen, wie wichtig dieses Utensil ist, um schwere Kopfverletzungen zu vermeiden. Ein Helm kann Leben retten. Trotzdem sehe ich noch immer viele Radfahrer, die ohne unterwegs sind.“ Zwar gebe es in Deutschland keine Helmpflicht für Radfahrer, trotzdem sei er ein unverzichtbares Utensil.

Einen weiteren Appell, den Matthias Heise an Fahrradfahrer, aber vor allem auch an die motorisierten Verkerhsteilnehmer auf vier oder mehr Reifen richtet, betrifft die gegenseitige Rücksichtnahme: Autofahrer müssten zum Beispiel an Einmündungen, an denen ein Radweg verläuft, immer mit Radfahrern rechnen, die dann eben Vorfahrt haben.

Das Thema Überholen von Fahrradfahrern führe nach seinen Erfahrungen ebenfalls immer wieder zu brenzligen Situationen: Es sei inzwischen gesetzlich geregelt, dass Autofahrer beim Überholen innerorts eineinhalb Meter Abstand zum Radfahrer einhalten müssen, außerorts zwei Meter.

In dem Zusammenhang weist Heise auch auf die in Deutschland geltende Radwegebenutzungspflicht hin – ein Thema, das häufig für Streits zwischen Autofahrern und Radfahrern, insbesondere Rennradfahrern, sorgt. Gibt es an einer Straße einen Fuß- und Radweg, der mit einem blauen Schild mit Fußgänger- und Fahrradsymbolen gekennzeichnet ist, sind Fahrradfahrer dazu verpflichtet, den Radweg zu nutzen, so Heise. Gibt es einen Radweg ohne ein solches Schild, kann der Radfahrer auf der Straße fahren.

Und: Gibt es an beiden Straßenseiten Radwege, müssen diese jeweils in Fahrtrichtung des Autoverkehrs genutzt werden. Das beidseitige Befahren ist nur zulässig, wenn das durch ein entsprechendes Schild mit zwei Pfeilen gekennzeichnet ist, so Heise weiter: „Wie für alle Verkehrsteilnehmer gilt in Deutschland auch bei der Benutzung von Radwegen für Fahrradfahrer das Rechtsfahrgebot.“ (kat)

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