Blutspur führt zu mutmaßlichem Täter

Einbeck: Anschlag mit Pyrotechnik auf Haus einer  Antifaschistin

Ein mutmaßlicher Sprengstoffanschlag hat die Bewohner der Einbecker Innenstadt am frühen Mittwochmorgen aufschrecken lassen.

Ziel des Anschlags war das Haus einer 41-jährigen Einbeckerin, die sich aktiv gegen die in Einbeck ansässige Neonaziszene engagiert.

Das hat ihr Göttinger Anwalt, Rasmus Kahlen, am Mittwochnachmittag mitgeteilt. Er betont, dass es sich bei dem Täter um einen bekannten Einbecker Neonazi handeln soll.

Gegen den 26-Jährigen läuft aktuell ein Verfahren wegen Volksverhetzung. Er soll mit antisemitischer Kleidung vor der KZ-Gedenkstätte Moringen posiert und das Bild anschließend im Netz verbreitet haben (HNA berichtete), ergänzte der Göttinger Oberstaatsanwalt Andreas Buick auf HNA-Anfrage. Die Northeimer Polizei betonte am Donnerstag, dass für die Sprengung des Briefkastens Pyrotechnik, ein sogenannter Chinaböller, verwendet worden sei. Nach bisherigen Ermittlungen gehe man von einer politisch motivierten Tat aus.

Nach Fahndungsmaßnahmen durch die Polizei am Mittwoch wurden drei Männer vorläufig festgenommen, sie sind aber wieder auf freiem Fuß. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fand die Polizei laut Staatsanwaltschaft mehrere Waffen, die jetzt beim Landeskriminalamt überprüft werden.

Die Polizeiinspektion Northeim wird ab sofort ihre Präsenz in Einbeck erhöhen: „Ich verurteile derartige Handlungen aus dem rechtsextremistischen Spektrum scharf. Hier werden Grenzen überschritten und nicht nur die Gefährdung von Sachwerten in Kauf genommen. Das lässt sich der Rechtsstaat nicht gefallen. Ich bin sehr froh, dass die Polizei Einbeck schnell reagiert hat und schon in der Nacht Tatverdächtige stellen konnte“, sagte der Göttinger Polizeipräsident Uwe Lührig.

Für die nächsten Tage seien in Einbeck weitere Versammlungen und Veranstaltungen aus der rechten und der linken Szene angemeldet worden. Diese werden durch eine hohe Zahl von Polizeibeamten begleitet, betonte Polizeidirektor Michael Weiner, Leiter der Polizeiinspektion Northeim.

Der Anwalt der 41-Jährigen teilte mit, dass sich der Täter bei dem Anschlag offensichtlich verletzt habe, denn am Tatort habe die Polizei Blutspuren entdeckt. Diese hätten zu einem Gebäude geführt, in dem Mitglieder der Einbecker Neonaziszene wohnen sollen. Dort hätten die Polizeibeamten auch den 26-jährigen, mutmaßlichen Täter angetroffen.  

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