Pfleger der Baukultur: Abschied von Einbecks Bauamtsleiter Gerald Strohmeier

Hobel für den Holzfan: Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek wünschte Gerald Strohmeier alles Gute für den Ruhestand. Foto: Bertram

Einbeck. In 32 Jahren als Bauamtsleiter hat Gerald Strohmeier in Einbeck deutliche Spuren hinterlassen. In einer Feierstunde wurde er jetzt in den Ruhestand verabschiedet. Redner würdigten ihn dabei sein Lebenswerk, aber auch sein kompromissbereites und den Menschen zugewandtes Wesen.

Beifall für einen Beamten im Einbecker Rathaus - das gibt es nicht alle Tage. Doch als alle Worte der Verabschiedung gesprochen sind, erheben sich die langjährigen beruflichen und privaten Wegbegleiter von ihren Stühlen und applaudieren mehrere Minuten Gerald Strohmeier.

Der 65-Jährige, der Ende des Monats Oktober nach 32 Jahren als Bauamtsleiter aus den Diensten der Stadt Einbeck ausscheidet, ist sichtlich gerührt.

Und sagt dann mit Dank an sein Team im Rathaus nur bescheiden: „Einer allein kann’s nicht richten.“ Das Ganze sei immer mehr als nur seine Teile, eine über Jahrhunderte entstandene Stadt wie Einbeck mit ihren 1200 Baudenkmalen sei mehr als die Summe ihrer aus Holz und Stein gebauten Häuser, sie sei Lebensraum und Heimat von Menschen.

Die Baukultur hat ihm am Herzen gelegen, sie hat er in mehr als drei Jahrzehnten als Stadtbaumeister geprägt und bis in die Zukunft sichtbar gestaltet, hat sich für das Bauen in seiner Heimatstadt Einbeck verantwortlich gefühlt: Menschlich, mit einem offenen Ohr für Mitarbeiter und Mitbürger, den Menschen zugewandt, mit einer Meinung, aber kompromissbereit, wie die Festredner den langjährigen Bauamtsleiter bei der Verabschiedungsfeier beschrieben haben.

Amt und Aufgabe seien ja öffentlich, sagte Strohmeier. „Gut, dass ich Sie treffe…“, wie oft habe er das auf der Straße von Bürgern gehört.

Schon nach der Bauzeichner-Ausbildung und während des Architektur-Studiums habe Gerald Strohmeier stets großen Wert auf praktische Einblicke gelegt, habe bei verschiedenen Handwerkern gearbeitet, beschrieb Altbürgermeister Martin Wehner die berufliche Startphase: „Er wollte weiter, er wollte mehr.“

Zu den Meilensteinen Strohmeiers ab 1982 als Bauamtschef zählte Wehner die gelungene Stadtsanierung in der Tiedexer Straße, die Restaurierung des Eicke’schen Hauses in der Marktstraße und des Altem Schützenhauses, dem einzigen freistehenden Fachwerkhaus Einbecks, sowie die jüngsten Projekten wie Poser-Park und PS-Speicher. Aber auch nicht so populäre Projekte wie Brückenbauten im Spannungsfeld zwischen Denkmalschutz und Zeitgeist habe Strohmeier durchsetzen können, betonte Wehner.

Ein paar „Baustellen“ habe der 65-Jährige als Fachbereichsleiter im Einbecker Rathaus nicht mehr schließen können, dazu zählte Wehner die zwei Brandlücken in der Altendorfer Straße und Langen Brücke sowie die mögliche Bebauung des Neustädter Kirchplatzes.

Gerald Strohmeier werde sich in mehreren Ehrenämtern weiter für das Bauen in seiner Stadt interessieren.

„Ab jetzt können Sie sich aber aussuchen, was Sie gestalten wollen“, sagte Wehner.

Von Frank Bertram

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