Er prägte die Verkehrserziehung von Kindern

Abschied vom Singenden Polizisten

Abschied von der Polizei: Inspektionsleiter Hans Walter Rusteberg (l.) und Kommisariatsleiter Peter Volkmar (r.) verabschiedeten den „Singenden Polizisten“ Michael Beyer aus dem Dienst. Foto: Bertram

Einbeck. Nach über 2300 Auftritten vor 115.000 kleinen und größeren Fans in ganz Niedersachsen geht „Der singende Polizist" Michael Beyer in den Ruhestand.

Seine Songs haben Generationen von Schülern begleitet: „Immer gucken, immer schauen und die Augen auf, wenn ich über die Straße gehe“ und die anderen von Michael Beyer selbst geschriebenen Lieder konnten über 20 Jahre lang die polizeiliche Verkehrserziehung von Kindern musikalisch unterstützen.

„Sie waren ein toller Botschafter der Polizei“, sagte Inspektionsleiter Hans Walter Rusteberg. Präventionsarbeit werde es zwar in der Polizeiinspektion Northeim/Osterode weiterhin geben, aber ohne singenden Schutzmann in Uniform, „denn von den Kollegen kann keiner so gut singen wie Sie“, sagte der Polizeichef. „Da geht eine Ära zu Ende“, bedauert Kommissariatsleiter Peter Volkmar. 44 Jahren und vier Monaten war Beyer im Polizeidienst.

„Hobby und Beruf verbinden zu können, hat immer wieder Spaß gemacht“, sagt Michael Beyer. Seit 1994 ging der Einbecker Polizeibeamte mit seiner Gitarre in Kindergärten und Grundschulen, um die Schüler auf musikalische und spielerische Art und Weise auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam zu machen.

„Zu erleben, wie die Kinder bei meiner Musik mitgehen, die Texte umsetzen und mitmachen, ist für mich jedesmal ein tolles Erlebnis gewesen“, betont Beyer. Mehr als 40 Songs zur Verkehrserziehung hat der 62-Jährige in den vergangenen Jahren geschrieben, drei CDs gibt es inzwischen mit den Liedern des „Singenden Polizisten“. Hinzu kommen Songs für die Alkohol- und Drogenprävention der Polizei und für das Schutzengel-Projekt im Landkreis Northeim.

Seit 2004 hatte Michael Beyer eine halbe Stelle für den „Singenden Polizisten“ neben der Ermittlungsarbeit im Einbecker Kommissariat. In den ersten zehn Jahren allerdings musste Beyer seinen normalen Polizeidienst leisten, noch dazu im Schichtdienst, bevor er zur Gitarre greifen durfte. „Da haben mir Kollegen und die Familie den Rücken frei gehalten“, bedankt sich Beyer.

Seine Gitarre wird Beyer auch im Ruhestand nicht zur Seite legen, dafür macht er viel zu gerne Musik und vertont Texte. Im Einbecker Karneval oder beim Bierabend der Tourist-Information Einbeck beispielsweise ist der 62-Jährige in Zukunft auch weiterhin zu hören.

Lieder gegen den Enkeltrick

Beyer hat auch noch Lieder für die kriminalpolizeiliche Präventionsarbeit bei Senioren in der Schublade. Zu bekannten Melodien wie „Hoch auf dem gelben Wagen“ könnten ältere Menschen beispielsweise vor dem Enkeltrick gewarnt werden. Ob und wann es das Projekt geben wird, ist aber noch offen.

Von Frank Bertram

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