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Alte Eichen aus dem Landkreis Northeim für Cognac-Fässer

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Von: Frank Bertram

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Am teuersten Eichenstamm auf dem Platz in Vogelbeck: Forstamtsleiter Michael Degenhardt (von links), Forstbetriebsgemeinschaft-Vorsitzender Hilmar von Petersdorff-Campen, Bezirksförster Dieter Scholz und Holzlagerplatz-Geschäftsführerin Ulrike Säger.
Am teuersten Eichenstamm auf dem Platz in Vogelbeck: Forstamtsleiter Michael Degenhardt (von links), Forstbetriebsgemeinschaft-Vorsitzender Hilmar von Petersdorff-Campen, Bezirksförster Dieter Scholz und Holzlagerplatz-Geschäftsführerin Ulrike Säger. © Frank Bertram

Wertholzversteigerung in Vogelbeck: Teuerster Stamm erbrachte 10 000 Euro

Vogelbeck – Als die fast 300 Jahre alte Eiche gepflanzt wurde, war der Dichter Gotthold Ephraim Lessing Bibliothekar am Hof des Herzogs von Wolfenbüttel. Jetzt wurde der im Wald des Ritterguts Altenrode südlich von Wolfenbüttel gewachsene 4,60 Meter lange Stamm mit einem Durchmesser von einem Meter zum teuersten der Wertholzsubmission auf dem Holzlagerplatz im Einbecker Ortsteil Vogelbeck.

Fast 10 000 Euro erbrachte der Eichenstamm, ein Spitzenpreis mit 2837 Euro pro Festmeter. „Waldbesitzer und Förster sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen“, sagte der zuständige Forstamtsleiter Michael Degenhardt. Auf dem Vogelbecker Lagerplatz der Privatwaldbesitzer liegen in diesem Jahr 769 Festmeter Wertholz. Das sind gut 400 Stämme, auf die geboten werden konnte, fast so viel wie im Vorjahr (804 Festmeter). Ein Festmeter ist ein Kubikmeter Holz ohne Rinde.

„Eine Wertholzsubmission bietet den Waldbesitzern die Möglichkeit, ihre über Generationen gepflegten Werthölzer einem größeren nationalen und internationalen Kundenkreis anzubieten“, berichtet Degenhardt. Es gehöre viel Vertrauen der Forstbesitzer dazu. Wie bei dem Eichenstamm aus dem Raum Wolfenbüttel hätten schließlich viele Generationen darauf hingearbeitet, die Bäume über viele Jahrzehnte gepflegt und wachsen lassen, bis sie nun sorgsam gefällt wurden. Degenhardt: „Jetzt haben wir die Ehre, es zu veräußern.“ Die Erlöse seien für viele Waldbesitzer dringend nötig, um die Schäden im Wald und den klimabedingten Waldumbau finanzieren zu können. Nur ein sehr kleiner Teil der Stämme sei als Wertholz geeignet, machte der Forstamtsleiter deutlich.

Der teuerste Eichenstamm geht an einen Furnierholz-Hersteller in Süddeutschland. Möbel oder auch Sportgeräte wie Ruder werden aus diesem Holz entstehen. Bei einem anderen Eichenstamm ist die Bestimmung noch nicht ganz klar, wenn auch die Richtung: Der 9,80 Meter lange Baum geht nach Frankreich in die Region Les Gonds nördlich von Bordeaux und westlich von Cognac. „Zehn Bieter wollten diesen Stamm, haben zwischen 329 und 1027 Euro pro Festmeter geboten“, erzählt Degenhardt.

Die Preise vor allem bei Eiche und Esche klettern seit Jahren. Mit 975 Euro pro Festmeter bei Eiche und 286 Euro bei Esche wurden in diesem Jahr neue Spitzenwerte erzielt. Zum Vergleich: Vor drei Jahren erbrachte Eiche noch 554 Euro, Esche 216 Euro pro Festmeter. Neben Eiche und Esche wurden Douglasien-, Kirschen-, Robinien- und Nussbaumstämme angeboten.

Auch die mittlerweile 32. Northeimer Buntlaub- und Eichenwertholzsubmission wurde gemeinsam vom Forstamt Südniedersachsen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der „Holzlagerplatz Vogelbeck GbR“ und den Niedersächsischen Landesforsten ausgerichtet.

Der Holzlagerplatz Vogelbeck gehört mit einer Fläche von rund sechs Hektar und einer Lagerkapazität von etwa 3000 Festmetern Holz zu den größten Wertholzplätzen Deutschlands. Eigentümer ist die Holzlagerplatz Vogelbeck GbR mit den Gesellschaftern Forstbetriebsgemeinschaft Northeim und Forstbetriebsgemeinschaft Südhannover.

Eine Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Waldbesitzern. Vorsitzende der FBG sind Hilmar von Petersdorff-Campen (FBG Northeim etwa 8000 Hektar Waldfläche der Mitglieder) und Jobst Lampe (FBG Südhannover etwa 18 000 Hektar Wald der Mitglieder). Die Bäume wurden ab Oktober 2022 gefällt und per Lkw auf den Wertholzplatz nach Vogelbeck gefahren.

In der vorigen Woche wurden die in verschlossenen Umschlägen abgegebenen Gebote im Forstamt Südniedersachsen in Hildesheim geöffnet und ausgewertet: 33 Kunden aus Deutschland, Frankreich und Dänemark haben 2530 Gebote abgegeben. Bis auf 12 Festmeter konnte alles zugeschlagen werden. (Frank Bertram)

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