Notrufbänke sollen Leben retten

Notrufbank mit der Nummer 110 oberhalb von Strodthagen: Lothar Dolle montiert das Aluminum-Schild, das im Notfall Leben retten kann. Anzurufen im Notfall ist aber die „112!. Foto:  Bertram

Einbeck. Durch das Projekt Notrufbänke des Einbecker Seniorenrates können hilfsbedürftige Menschen, die bei einem Waldspaziergang beispielsweise akute Beschwerden bekommen, jetzt präzise ihren Standort angeben. Vorausgesetzt, sie haben ein Handy dabei.

„EIN 110 Notruf“ steht auf dem witterungsbeständigen Aluminumschild, das Lothar Dolle mit dem Akkuschrauber an der Holzbank oberhalb des Einbecker Ortsteils Strodthagen montiert hat. Es ist die 110. Bank rund um Einbeck und seinen Ortschaften, die der stellvertretende Vorsitzende des Seniorenrates mit der kleinen Plakette versehen hat.

Die Rettungsleitstelle und die Polizei können bei einem Anruf die exakten GPS-Daten auf einer Liste finden und so die rettende Hilfe punktgenau instruieren. Wer Hilfe benötigt, muss die 112 wählen und am Telefon nur die Nummer auf der Sitzbank angeben.

Alles eingemessen

Mehrmals ist Lothar Dolle zu jeder Bank am Waldrand zwischen Strodthagen und Buensen gefahren, sowohl zum Einmessen der Positionsdaten als auch zur Montage. Mehr als 1000 Kilometer sind da zusammengekommen. „Wenn man damit nur ein Leben retten kann, hat es sich gelohnt“, sagt der 64-Jährige, der ehrenamtlich viel Zeit in das Projekt investiert hat. Die Ortsräte haben dem Seniorenrat ihre gewünschten Notrufbänke gemeldet. Auch die Alu-Schilder werden von den Ortsräten finanziert.

Die Anregung zu dem Projekt bekam Lothar Dolle aus Fredenbeck im Landkreis Stade. Aus seiner Zeit als Einbecker Polizeikommissariatsleiter sind dem 64-Jährige mehrere Begebenheiten in Erinnerung geblieben, bei denen es Schwierigkeiten mit der Anfahrt für Polizei und Rettungswagen gab. Deshalb enthält die Liste der Notrufbänke nicht nur die GPS-Daten und die Gemarkung mit dem genauen Standort. Auch Besonderheiten sind dort vermerkt, die Einsatzkräfte bei der Fahrt zur Bank berücksichtigen müssen: Ist der Weg so steil oder unzugänglich, dass ein Hubschraubereinsatz sinnvoll wäre? Gibt es Absperrpfosten oder Schranken, die nur mit speziellen Schlüsseln zu öffnen sind? Notrufbank Nummer 104 in der Gemarkung Ritterode liegt beispielsweise N 51º 48’ 25.8“O 9º 56’ 58.6“. Die Retter müssen auf der Kreisstraße Rittierode-Ahlshausen an Kilometer 2,15 rechts über einen kurze Strecke geteerten Weg, später über einen steilen Grasweg Richtung Wald anfahren, wie es in der Beschreibung heißt: „Für Pkw, RTW schwer befahrbar, Hubschrauber“.

Auch im Internet

Die Standort-Liste mit GPS-Positionsdaten und genauen Anfahrtsskizzen sind bei allen Schnittstellen für eine Notruf-Rettung aktuell hinterlegt. Auch im Internet ist das Notrufbänke-Verzeichnis zu finden: auf der Website www.einbeck.de unter dem Menüpunkt „Soziales, Kultur, Freizeit“ und Einbecker Seniorenrat. (zfb)

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