Biber beschäftigt den Einbecker Bauhof

Rohr im Damm soll in Billerbeck für Sicherheit sorgen

Der Biber ist wieder in der Region heimisch.
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Der Biber ist wieder in der Region heimisch. Fotos wie dieses sind allerdings eine Seltenheit, denn der nachtaktive Großnager ist sehr scheu.

Der Biber ist in den Landkreis Northeim zurückgekehrt und schafft zur Freude der Natur- und Artenschützer an vielen Bächen und Flüssen neue, struktur- und artenreiche Lebensräume im Wasser, in Feuchtwiesen und in Auen.

Einbeck/Billerbeck – Wenn der Großnager allerdings in der Nachbarschaft von Wohnsiedlungen seinen Damm baut, besteht die Gefahr, dass die Keller angrenzender Wohnhäuser geflutet werden. Aus diesem Grund mussten Mitarbeiter des Bauhofs Einbeck jetzt in Billerbeck tätig werden.

Wie Gert Habermann, Naturschutzbeauftragter des Landkreises Northeim berichtet, verlegten die Mitarbeiter nach Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde unter seiner Anleitung im Seitenbereich des dortigen Biberdamms ein entsprechend dimensioniertes Rohr. Dadurch wurde der Wasserspiegel dauerhaft um 20 Zentimeter abgesenkt.

Biberdamm mit Abflussrohr: Hier musste der Bauhof Einbeck eingreifen, um eine Überschwemmung zu vermeiden.

„Jetzt bleibt abzuwarten, ob der clevere Wasserbaumeister uns nicht überlistet und das Abflussrohr einfach wieder verstopft“, sagt Habermann und betont, dass der Biber einen hohen Schutzstatus besitze und eine Beseitigung des Damms nur im äußersten Fall bei einer Gefährdung des Wasserabflusses zulässig sei.

Naturschutzbeauftragter Gert Habermann.

Wie Habermann erläutert, baut der Biber nur in seichten Gewässern Dämme. Der durch das Aufstauen erhöhte Wasserspiegel erlaube ihm, seinen Bau so anzulegen, dass der Zugang sich unter Wasser befindet. In größeren Flüssen wie der Rhume oder der Leine ist das auch ohne Damm möglich.

Im gesamten Raum Einbeck sind nach Auskunft Habermanns inzwischen fünf Bibervorkommen bekannt. Bundesweit gebe es mittlerweile wieder einige Tausend Exemplare.

„Erkennbar ist die Anwesenheit des Bibers an den typischen, an einer Sanduhr erinnernden Fraßbilder am Stammfuß von Bäumen und den herumliegenden, groben Nagespänen“, so Habermann. „Gekonnt fällt er mit seinen nachwachsenden Schneidezähnen auch Bäume stärker Dimensionen, meist Weiden und Pappeln. Mitunter tue er das so gründlich, dass der Weidenbestand ernsthaft gefährdet wird und den leidenschaftlichen Fällarbeiten mit Schutzmanschetten Einhalt geboten werden muss.“ (Niko Mönkemeyer)

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