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Einbecker Brauhaus mit gutem Gewinn

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Von: Michael Caspar

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Nach zwei Digitaljahren die erste Hauptversammlung wieder in Präsenz: Vorstand Martin Deutsch (links) im PS-Speicher in Einbeck.
Nach zwei Digitaljahren die erste Hauptversammlung wieder in Präsenz: Vorstand Martin Deutsch (links) im PS-Speicher in Einbeck. © Michael Caspar

In der schwierigen Coronazeit hat das Einbecker Brauhaus mit 614 000 Euro den höchsten Jahresüberschuss seit 17 Jahren erzielt.

Einbeck -Das berichtete am Dienstag Vorstand Martin Deutsch in der Hauptversammlung im PS-Speicher. Zum Vergleich: Im ersten Coronajahr lag der Überschuss bei 273 000 Euro.

Im laufenden Jahr wird das Ergebnis jedoch wieder „deutlich geringer“ ausfallen, kündigte Deutsch mit Blick auf den Krieg in der Ukraine an.

Die Preise für Malz, Verpackungen, Reinigungsmittel, Kohlensäure oder Energie legten um 50 bis 100 Prozent zu. Oft sei es ein Problem, die Dinge überhaupt zu erhalten.

Die Logistiker kämen aufgrund fehlenden Personals mit der Arbeit nicht hinterher. Beim Leergut gebe es Engpässe. Deshalb müsse die bereits angekündigte Sonderdividende entfallen. Die Aktionäre beschlossen jedoch eine steuerfreie Dividende von zehn Cent pro Stückaktie.

„Im vergangenen Jahr sank der Bierabsatz der Einbecker Brauhaus AG auf 596 000 Hektoliter“, führte der Vorstand aus. Gleichzeitig stieg jedoch der Umsatz auf 32 Millionen Euro.

Die Gründe: Die Biermischgetränke haben sich positiv entwickelt. Bei der Marke Nörten-Hardenberger erhöhte die Brauerei den Preis um einen Euro pro Kasten, was die verkaufte Menge um fast 20 Prozent einbrechen ließ. Zudem produzierte die Brauerei mehr für andere Unternehmen, insbesondere alkoholfreies Bier. Zuwächse gab es zudem bei der Lohnabfüllung.

Die Rückgänge beim Bierabsatz, so Deutsch, waren vor allem beim Fassbier drastisch – auch bei den Lokalmarken Göttinger, Martini und Kasseler. Gaststätten und Bars waren während der ersten fünf Monate des vergangenen Jahres geschlossen.

Zwischen Juni und November 2021 verkauften die Einbecker dann zwei Drittel des Vor-Pandemie-Fassvolumens. Im Dezember brachen die Geschäfte aufgrund der Winterbeschränkungen wieder ein.

„Der Bierkonsum hat sich 2021 nach Hause verlagert“, führte der Vorstand aus. Kunden deckten sich im Einzelhandel ein.

Dort sah sich das Brauhaus aber mit einem „ruinösen Wettbewerb“ konfrontiert.

Bei den Pilsmarken, so Deutsch, gingen mittlerweile drei von vier Kästen mit Preisnachlässen von über 35 Prozent über den Ladentisch. Vor 20 Jahren sei das bei einem von vier Kästen der Fall gewesen. Die Einbecker stemmen sich gegen diese Entwicklung. Nach der Preiserhöhung beim Nörten-Hardenberger gab es in diesem April eine Preiserhöhung bei den anderen Eigenmarken.

„Weiterhin der wichtigste Baustein unserer Umsätze und Erträge“, so Deutsch, sei Einbecker, „die profilierteste und hochpreisigste Marke“ des Unternehmens.

Im Flaschenbier-Bereich trügen Biermischgetränke wie Hopfen-Frucht „mit einem starken Wachstum“ zum Unternehmenserfolg bei.

Mehr als verdoppelt habe sich der Export in Länder wie USA, Italien und China nach dem massiven Einbruch von 2020. (Michael Caspar)

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