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Edgar vermittelt Geschichte mit Pfote

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Von: Frank Bertram

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Museumspädagogin Dr. Imke Weichert mit ihrem Hund „Edgar“.
Museumspädagogin Dr. Imke Weichert mit ihrem Hund „Edgar“. © Frank Bertram

Ein Museumsbesuch ist langweilig für Kinder? In Einbeck kommen seit einigen Monaten Mädchen und Jungen mit leuchtenden Augen von einem außergewöhnlichen Besuch des Stadtmuseums nach Hause. Denn dort hat Hund „Edgar“ geholfen, ihnen die Einbecker Geschichte näher zu bringen.

Einbeck – Der zweijährige English- Springer-Spaniel gehört Museumspädagogin Dr. Imke Weichert. Edgar ist der erste Museumshund mit professioneller Ausbildung, berichtet die 54-Jährige. Er stelle den jungen Gästen die Aufgaben und sichere damit Aufmerksamkeit und Lernbereitschaft der Kinder.

Hilfsmittel bei der spielerischen Wissensvermittlung sind zurzeit ein Würfel mit Einstecktaschen und eine spezielle Hundetasche. Nach Aufforderung würfelt Edgar und stellt mit dem aufgedeckten Bild den Kindern indirekt eine Aufgabe, die dann Imke Weichert nur noch formulieren muss. Die Tasche mit Unterrichtsmaterial oder Utensilien für die Kinderwerkstatt muss Edgar aufspüren, nachdem die Kinder sie versteckt haben.

Auch hier sind die jungen Museumsbesucher immer aufmerksam bei der Sache, hat die Museumspädagogin festgestellt. Selbst Kinder, die sonst bei Hunden zunächst zurückhaltend sind, kommen mit Edgar gut klar: Wenn der junge Hund sein Kinn bei Kindern sanft auf deren Hand lege, sei das Eis schnell gebrochen, sagt Weichert.

Edgar ist als achtwöchiger Welpe bei den Weicherts eingezogen. Schnell wurde klar, dass „Walk On The Wild Side von Ziskamir“, wie der Familienhund offiziell heißt, die typischen Wesensmerkmale der britischen Jagdhundrasse besitzt: Freundlichkeit, Neugier, Ausgeglichenheit und Witz.

„Edgar freut sich über jede neue Aufgabe und lernt schnell“, sagt Imke Weichert. Gegenüber Kindern lege Edgar unerschütterliche Gutmütigkeit an den Tag.

Imke Weichert nahm den Hund zunächst nur mit zur Arbeit ins Museum. Dort schloss das Team den kleinen Rüden nicht nur sofort ins Herz, Edgar ließ sich auch hervorragend in den Arbeitsalltag integrieren.

Die Museumspädagogin entschloss sich daher zu einer Ausbildung als therapeutisch-pädagogischer Begleithund bei der „Hundeschule am Meer“ in Wunstorf. Ein halbes Jahr lang gingen Edgar und Imke Weichert dort zur Schule, wuchsen als Mensch-Hund-Team zusammen. Die Ausbildung wird mit regelmäßigen Fortbildungen fortgesetzt.

„Der Einsatz von tiergestützter Pädagogik im Museum ist als Methode der spielerischen Wissensvermittlung eine echte Chance, ein neuartiges und attraktives Angebot vor allem für junge Besucher zu etablieren“, sagt Dr. Imke Weichert.

Selbstverständlich müsse darauf geachtet werden, dass die Sammlung nicht beschädigt und auf Besucher Rücksicht genommen werde, die keinen Kontakt zu Hunden wünschten. Und die Besuche von Gruppen aus Kindergärten oder Schulen müssten intensiver vorbereitet werden. (Frank Bertram)

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