Gerichtsverhandlung

Nach Brand-Serie in Einbeck: Mutmaßlicher Feuerteufel geständig - Auto geklaut und wahllos Feuer gelegt

In Kohnsen bei Einbeck brannte während der Brandserie eine große Menge Strohballen.
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In Kohnsen bei Einbeck brannte während der Brandserie im vorigen Jahr eine große Menge Strohballen.

Gegen den mutmaßlichen Brandstifter von Einbeck wurde nun Anklage erhoben. Laut Staatsanwaltschaft soll der Mann für 16 Brandstiftungen verantwortlich sein.

Einbeck - Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat jetzt gegen den mutmaßlichen Brandstifter von Einbeck, einen 24-jährigen Mann aus dem Großraum Braunschweig/Wolfsburg, Anklage vor der großen Strafkammer des Landgerichts Göttingen erhoben. Dem Beschuldigten, der früher in Einbeck gewohnt hat, werden laut Staatsanwaltschaft Göttingen 16 Brandstiftungen, die Unterschlagung eines Autos sowie 33 Betrügereien in Hotels und an Tankstellen zur Last gelegt.

Oberstaatsanwalt Andreas Buick teilte am Donnerstag mit, dass der 24-Jährige sämtliche Taten eingeräumt habe. Der Beschuldigte, der seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft sitzt, habe laut Oberstaatsanwalt Buick angegeben, planlos durch Niedersachsen gefahren zu sein und ab Ende August 2020 Brände gelegt zu haben.

Brand in Einbeck: Mutmaßlicher Täter habe Brandstiftungen als Ventil genutzt

Die Taten seien für ihn ein entlastendes Ventil gewesen, er habe in diesen Momenten keine Sorgen und Probleme gespürt. Im Nachhinein bereue er es, diese Dinge getan zu haben, so Buick weiter.

Der Beschuldigte soll zunächst im Juli 2020 in Hildesheim unter dem Vorwand, eine Probefahrt machen zu wollen, einen VW Golf VII mit einem Zeitwert von 37 000 Euro unterschlagen haben. Danach soll er das Fahrzeug laut Buick genutzt haben, um zwischen dem 25. August und dem 14. September vorigen Jahres zahlreiche Brände im Bereich Einbeck zu legen, darunter in neun Gartenlauben und einem Schuppen.

Am 29. August soll er ein unbewohntes Wohnhaus in Einbeck in Brand gesetzt haben, das daraufhin komplett ausbrannte. Einen Tag später brannte im Einbecker Ortsteil Kohnsen ein Strohlager, auch diese Brandstiftung soll auf das Konto des 24-Jährigen gehen.

Hoher Schaden nach Brandstiftung in Einbeck

Das Feuer hatte auch den Dachstuhl der daneben stehenden Scheune beschädigt, sodass ein Schaden von 35 000 Euro entstanden war. Am selben Tattag soll er in Einbeck/Rotenkirchen an einem landwirtschaftlichen Gebäude die hölzerne Fassadenverkleidung sowie ein Tor in Brand gesetzt haben.

Weiter wird dem Angeschuldigten unter anderem die Brandstiftung einer Fachwerkscheune mit Strohlager Anfang September in Stroit zur Last gelegt. Durch das Feuer wurde die Scheune vollständig zerstört. Es war ein Sachschaden von 250 000 Euro entstanden.

Durch das Entzünden einer Scheune in Dassensen in den Tagen danach war ein Schaden von 15 000 Euro entstanden. In vier weiteren Fällen soll der 24-Jährige ab dem 9. September in Einbeck und Stöckheim große Mengen Strohballen – in einem Fall allein 2000 Stück – entzündet haben.

Brand in Einbeck: Mutmaßlicher Täter von Wildkamera gefilmt

Weil er während der letzten Tat von einer Wildkamera fotografiert worden war, waren ihm die Ermittler schließlich auf die Schliche gekommen. Während der Brandstiftungen habe sich der 24-Jährige zudem in mehreren Hotels eingemietet, ohne zu bezahlen. Auch habe er mehrfach getankt und war danach einfach davongefahren.

Am 22. September wurde der dringend Tatverdächtige von Beamten des mobilen Einsatzkommandos des Landeskriminalamtes in einem Hotel in Königslutter festgenommen. Der 24-Jährige wurde anschließend dem zuständigen Ermittlungsrichter in Göttingen vorgeführt, der Haftbefehl erlassen hatte.  (kat)

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