Briefkasten gesprengt

Einbeck: Mutmaßlicher Anschlag auf Haus einer Antifaschistin

ARCHIV - 02.04.2016, Nordrhein-Westfalen, Bielefeld: Ein Teilnehmer hält bei einer Demonstration gegen Zentrale Ausländerbehörden (ZAB), ein Schild mit der Aufschrift "Nazi-Frei Zone". Gegen eine Neonazi-Demonstration in Bielefeld haben sich für Samstag rund 5000 Protestierende vom "Bündnis gegen Rechts" angemeldet. (zu dpa "Bündnis gegen Rechts will Flagge zeigen gegen Neonazi-Demo") Foto: Friso Gentsch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Ein mutmaßlicher Sprengstoffanschlag hat die Bewohner der Einbecker Innenstadt am frühen Mittwochmorgen aufschrecken lassen.

Ziel des Anschlags war das Haus einer 41-jährigen Einbeckerin, die sich aktiv gegen die in Einbeck ansässige Neonaziszene engagiert. Das hat ihr Göttinger Anwalt, Rasmus Kahlen, am Mittwochnachmittag mitgeteilt. Er betont, dass es sich bei dem Täter um einen bekannten Einbecker Neonazi handeln soll.

Durch die Explosion sei der Briefkasten in der Eingangstür des Hauses zerstört worden, auch die Tür wurde stark beschädigt, so der Anwalt weiter.

Bei der Tat habe sich der Täter offensichtlich verletzt, denn an der Tür und vor dem Haus der Betroffenen seien Blutspuren entdeckt worden. 

Diese hätten Polizeibeamte zu einem zu einem Gebäude wenige Straßen entfernt geführt. In dem Haus wohnen laut Anwalt Kahlen Mitglieder der Einbecker Neonaziszene. Dort hätten die Beamten eine verletzte Person angetroffen.

Laut Anwalt Kahlen sei die 41-Jährige in der Vergangenheit mehrfach Adressatin von Bedrohungen durch Mitglieder der Einbecker Neonaziszene gewesen.

Der Vorfall am Mittwoch reihe sich damit ein in die bereits länger anhaltende Serie von Übergriffen durch Neonazis gegen engagierte AntifaschistInnen in Südniedersachsen.

Der Göttinger Rechtsanwalt sieht in dem Anschlag eine neue Dimension der Gewalt von Neonazis in Einbeck und betont: „Das Ausmaß der angerichteten Zerstörung zeigt, wie gefährlich der Sprengsatz offensichtlich gewesen ist. Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn sich ein Mensch hinter der Tür befunden hätte.“

Die Göttinger Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Andreas Buick. 

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