Öffnung mit Tests - Northeim bewirbt sich für Runde 2

Einbeck verschiebt Corona-Modellversuch

Die Fußgängerzone von Einbeck: Das Bild zeigt die Marktstraße in der Bierstadt. Auch die Geschäfte dort können auf Öffnungen hoffen, wenn sie sich am Modellversuch beteiligen.
+
Die Fußgängerzone von Einbeck: Das Bild zeigt die Marktstraße in der Bierstadt. Auch die Geschäfte dort können auf Öffnungen hoffen, wenn sie sich am Modellversuch beteiligen.

Die Stadt Einbeck muss den für 17. April geplanten Start der testbasierten Öffnung der Innenstadt in der Corona-Pandemie verschieben.

Einbeck / Northeim - Das sagten Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek und die Geschäftsführerin der Einbeck Marketing GmbH, Anja Barlen-Herbig, in einem Pressegespräch.

„Wir bedauern das, sind aber vorbereitet und hätten am Samstag guten Gewissens starten können“, so Michalek. Abzuwägen sei bei dem Vorhaben immer die Vorsicht mit den Perspektiven auf Öffnung, auf die viele Einzelhändler und Gastronomen seit Monaten warten.

Dr. Sabine Michalek

Die Landesregierung hatte sich am Sonntagabend mit den kommunalen Spitzenverbänden darauf verständigt, mit dem Beginn der Modellprojekte in Niedersachsen noch zu warten, bis die geplanten bundeseinheitlichen Regelungen im neuen Infektionsschutzgesetz umgesetzt sind. Im Kern geht es um die Grenze des Inzidenzwertes, ab dem ein Modellversuch abgebrochen werden müsste. Diese liegt jetzt bei 100, im Kreis Northeim gab es am Dienstag einen Sieben-Tage-Inzidenzwert von 50,6.

„Wenn wir mit dem Öffnen beginnen, dann wollen wir auch drei Wochen durchziehen“, sagte die Einbecker Bürgermeisterin. Der Ministerpräsident wolle sich jetzt für eine Sonderregelung für Modellkommunen im Infektionsschutzgesetz einsetzen.

Wie lange der Start in allen Modellkommunen verschoben werden müsse, lasse sich nicht sagen, erklärte Michalek. „Wir hoffen, dass die Inzidenzwerte nicht weiter hochgehen.“ Ziel bleibe, rasch mit dem Projekt „Öffnen mit Sicherheit“ in Einbeck beginnen zu können und wissenschaftlich begleitet durch die Medizinische Hochschule Hannover und das Helmholtz-Institut Braunschweig Erkenntnisse zu gewinnen, wie die Rückkehr zur Normalität trotz Corona gelingen könne.

Einbeck freute sich über den Zuschlag als Modellkommune in der ersten Runde, in der 14 Kommunen berücksichtigt wurden (zwei davon sind inzwischen aber wieder abgesprungen). Entsprechend „schweren Herzens“ habe man nun zunächst erst mal gestoppt, so Michalek.

Northeim bewirbt sich für zweite Runde

Die Stadt Northeim hält an der Idee, ebenfalls Modellversuchs-Kommune zu werden, fest. Laut Bürgermeister Simon Hartmann wurde nach Beschluss im Verwaltungsausschuss eine Ergänzungsbewerbung für die zweite Runde ans Land abgeschickt.

In der Ergänzung ist die Alte Wache als zusätzliches Testzentrum genannt und der Bereich innerhalb des Stadtmauerrings als Versuchsgebiet abgegrenzt. Zudem wird die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) Göttingen als begleitendes wissenschaftliches Institut benannt

In der zweiten Runde sollen nach den Plänen des Landes Niedersachsen noch einmal 25 Städte und Gemeinden in den Modellversuch aufgenommen werden, sodass letztlich 25 Kommunen vertreten sind. Beworben hatten sich über 60 Kommunen. (Frank Bertram und Axel Gödecke)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.