Neue Halle geplant

Einbecker Brauhaus: Bierabsatz sinkt, Gewinn steigt

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Zufriedene Gesichter: Vorstand und Aufsichtsrat der Einbecker Brauhaus AG bei der Aktionärsversammlung in der Northeimer Stadthalle, am Pult Vorstand Martin Deutsch.

Einbeck. Die Einbecker Brauhaus AG will nach Investitionen von insgesamt 20 Millionen Euro in Abfüllung und Logistik in Zukunft ihre gesamte Kraft in Marketing und Vertrieb der Biermarken stecken.

Das sagte Vorstandssprecher Lothar Gauß bei der Hauptversammlung der Aktionäre am Mittwoch in der Northeimer Stadthalle. 

Als erste sichtbare Maßnahme kündigte er an, dass das neue, bislang allein im Geschenkkarton verkaufte „Ainpöckisch“ ab sofort im Bierkasten und ab August auch in der 0,5-Liter-Dose erhältlich sein werde. Mehr als 90.000 Kartons mit sieben Flaschen der unfiltrierten Starkbier-Spezialität habe man seit dem Start im März dieses Jahres abgesetzt, sagte Gauß zufrieden.

Für das laufende Jahr erwartet Gauß ein zufriedenstellendes Ergebnis auf Vorjahresniveau. Der Absatz gehe auf Branchenniveau leicht um 1,9 Prozent zurück. „Wir versprechen uns aber von der Fußball-EM positive Impulse“, sagte der Brauerei-Vorstand bei dem Aktionärstreffen, zu dem 240 Anteilseigner nach Northeim gekommen waren.

Ein Drittel mehr Gewinn

Der Jahresüberschuss (ohne Härke in Peine) lag im Geschäftsjahr 2015 mit 444.000 Euro gegenüber 333.000 Euro im Vorjahr um ein Drittel höher, und das trotz sinkenden Bierabsatzes. Dies sei der Verbesserung der Produktionsabläufe zu verdanken, hieß es. Insgesamt wurden 605 000 Hektoliter Bier verkauft, 60.000 Hektoliter weniger als 2014. Auch der Absatz der Eigenmarken (Einbecker, Göttinger, Martini, Kasseler, Nörten-Hardenberger) lag mit 447.511 Hektoliter knapp 17.000 Hektoliter unter dem Vorjahresabsatz.

Als „Sorgenkinder“ bezeichnete Vorstandssprecher Lothar Gauß die Kasseler Marken: „Die überproportionalen Anstrengungen haben sich nicht ausgezahlt, die Absatzrückgänge sind zweistellig.“

Die Aktionäre folgten dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat und beschlossen, aus dem Bilanzgewinn eine Dividende von sieben Cent je Aktie zu zahlen, ein Cent mehr als im Vorjahr.

Produktion nur in Einbeck

Alle Abfüll- und Logistikaktivitäten der Unternehmensgruppe (Einbecker, Göttinger, Martini, Kasseler, Nörten-Hardenberger, Härke) sind heute in Einbeck konzentriert. 2015 ist die Abfüllung und Produktion der Martini-Brauerei in Kassel stillgelegt worden, die Martini-Marken werden nach Originalrezeptur zurzeit in Einbeck hergestellt.

128 Mitarbeiter

Ende 2015 beschäftigte das Unternehmen 128 Mitarbeiter (Vorjahr: 137) und, unverändert, zwölf Auszubildende.

Die Einbecker Brauer konnten ihren Jahresüberschuss durch Bündelung der produktionstechnischen und logistischen Abläufe am Standort Einbeck steigern, führte Vorstandssprecher Gauß aus. Dafür habe die Brauerei 16 Millionen Euro in eine neue Fassabfüllung, eine zweite Flaschenabfüllanlage sowie in eine 3500 Quadratmeter große Verladehalle investiert.

Neue Halle geplant

Die bestehende Flaschenabfüllanlage sei im vierten Quartal 2015 modernisiert worden. Im Logistikbereich errichtet die Brauerei zurzeit eine zentrale Sortieranlage für das Mehrwegleergut. Die Vorarbeiten für eine weitere, 2500 Quadratmeter große Voll- und Leerguthalle an der Hansestraße in Einbeck haben begonnen. Die 1,5-Millionen-Euro-Investition werde starten, sobald die Baugenehmigung vorliege.

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