Einbecker Bürgerspital plant Neubau für Gesundheitszentrum

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Planen gemeinsam den Neubau: (von links) Geschäftsführer Dr. Olaf Städtler, Hauke Heißmeyer, Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek und Treuhänder Jochen Beyes. 

Einbeck. Das Einbecker Bürgerspital soll einen Neubau erhalten und zu einem Gesundheitszentrum für ambulante und stationäre Versorgung werden. 

Diese Pläne haben die Geschäftsführer Dr. Olaf Städtler und Hauke Heißmeyer sowie der Treuhänder der Gesellschafter, Jochen Beyes, am Dienstag präsentiert. 

Das Bürgerspital schreibt nach dreijähriger Sanierung schwarze Zahlen, hat keine Schulden mehr und auch bereits erhebliche Summen in Modernisierung von Stationen und Intensivstation, Küche oder Sterilisations-Abteilung investiert. „Doch das ändert nichts grundsätzlich an der Bausubstanz des 45 Jahre alten Krankenhauses“, sagt Städtler. Jedes Jahr steckt die Klinik 700 000 Euro in Baureparaturen. „Das halten sie nicht lange durch“, sagt Beyes.

Deshalb haben die Einbecker gemeinsam mit Treuhänder Beyes in den vergangenen Monaten intensiv Klinken geputzt - im hannoverschen Sozialministerium ebenso wie bei Krankenkassen. Die Idee: In einem Neubau sollen ambulante und stationäre medizinische Versorgung verknüpft werden - als Einbecker Gesundheitszentrum.

Pilotprojekt für andere

Immer weniger und immer ältere Menschen im ländlichen Raum, immer weniger niedergelassene Ärzte in der Fläche - diese und weitere Probleme habe nicht nur Einbeck, sagt Heißmeyer. Und deshalb wollen die Einbecker Vorreiter für andere Gemeinden werden.

Der Baukörper müsse sich den Bedürfnissen des 21. Jahrhunderts anpassen. Und über das zu entwickelnde Gesundheitszentrum-Konzept wollen die Einbecker das notwendige Geld für einen Neubau beschaffen. „Wir brauchen die Finanzmittel des Landes Niedersachsen“, sagt Heißmeyer.

Aus der Landeshauptstadt Hannover gibt es zwar bislang keine Zusagen, aber „es wird in Hannover darüber nachgedacht“, sagt Städtler, „und da sind wir verpflichtet zu handeln.“ Die Einbecker Klinik stehe zumindest schon mal auf der Liste der Bedarfsplanung - erstmals seit mehr als vier Jahrzehnten.

Positiv hat die lokale Politik die Überlegungen aufgenommen. Der Verwaltungsausschuss des Einbecker Stadtrates hat nach Angaben von Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek einstimmig beschlossen, in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit dem Bürgerspital begleitet von Experten ein Konzept zu entwickeln, wie ein Gesundheitszentrum konkret aussehen sollte.

Suche nach Standort

Im Gespräch sind die Einbecker mit renommierten Krankenhaus-Architekten wie Prof. Linus Hofrichter und dem Referenten für Krankenhausplanung im Sozialministerium, Guido von den Benken. Als erste Entscheidung steht dabei die Grundsatzfrage nach dem idealen Standort an: Am Stadtrand oder im Zentrum? Die Antwort darauf sei noch völlig offen, betonen Treuhänder, Geschäftsführer und Bürgermeisterin. Die Suche beginne jetzt. (zfb)

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