Bau der 380-kV-Leitung von Wahle nach Mecklar hat begonnen

Elf Masten sollen bis Ende Juli im Landkreis Northeim stehen

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Aus diesen Rohren werden die Pfähle für das Fundament des ersten Mastes zusammengeschweißt.

Einbeck. Die Bauarbeiten für die 380-kV-Höchstspannungsleitung haben begonnen. Unweit des Gutes Pinkler bei Einbeck hat Netzbetreiber Tennet mit den ersten Rammstößen das Ausbauvorhaben gestartet.

Bis Ende JUli sollen insgesamt elf Masten für die Stromtrasse in Richtung Süden gebaut sein, berichteten der Tennet-Gesamtprojektleiter Dr. Peter Volkholz und der Bauprojektleiter Frank Imsande auf der Baustelle. Der gesamte, 50 Kilometer lange Bauabschnitt zwischen den Umspannwerken Lamspringe und Hardegsen wird 125 Masten umfassen, die im Abstand von 350 bis 400 Metern stehen und jeweils zwei Traversen haben werden.

Für das Fundament des ersten Mastes, der 51,6 Meter hoch sein wird, werden vier Pfähle jeweils 17 Meter tief in die Erde getrieben. Dafür werden Rohre zusammengeschweißt, die einen Durchmesser von einem Meter haben. Bei der Ramm-Pfahlgründung gebe es nur einen minimalen Bodeneingriff, betonten die Tennet-Vertreter. Voraussichtlich im Mai soll der erste Mast stehen.

Den Start der von Wahle bei Peine bis nach Mecklar bei Bad Hersfeld 230 Kilometer langen 380-kV-Wechselstromleitung hat Tennet nach eigenen Angaben deshalb bei Einbeck vorgenommen, weil nach entsprechenden Baugrund-Untersuchungen dort auf freier Fläche einfacher zu planen und beispielsweise zuvor keine Rodungen erfolgen mussten. Auch die Zustimmung durch die Grundstückeigentümer sei hier leichter einzuholen gewesen, eine Vereinbarung mit dem Landvolk habe dabei zudem geholfen, sagte Tennet-Sprecher Markus Lieberknecht.

380-kV-Baustart bei Einbeck: Tennet-Gesamtprojektleiter Dr. Peter Volkholz (rechts) und der Bauprojektleiter Frank Imsande, vor dem Rammgerät. 

Die neue 380-kV-Leitung verläuft in diesem Abschnitt südlich von Einbeck unweit der alten, aus dem Jahr 1929 stammenden 220-kV-Freileitung mit ihren 40 Meter hohen Stahlmasten. Diese Leitung soll laut Tennet dann abgebaut werden, sobald die neue Leitung steht und Ende 2021 in Betrieb geht.

Am Rande des Baustarts nutzten Vertreter von mehreren Bürgerinitiativen die Gelegenheit, noch einmal gegenüber Tennet ihre Kritik gegen den Bau der 380-kV-Leitung vorzubringen. Die BI für HGÜ-Erdkabel Bad Gandersheim-Kreiensen beendete mit dem Baubeginn ihren Widerstand, wie Sprecher Peter Gosslar erklärte. Der gelbe Pfeil, seit zehn Jahren Widerstandssymbol, werde aus der Landschaft verschwinden.

Tennet beginnt mit dem Bau der Trasse, obwohl vier Klagen gegen den Trassenverlauf vor dem Bundesverwaltungsgericht Leipzig anhängig sind, weil diese keine aufschiebende Wirkung haben und Tennet mit dem gültigen Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt zwischen Lamspringe und Hardegsen einen gesetzlichen Auftrag hat zu bauen, wie Tennet-Sprecher Lieberknecht erklärte.

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