Euphorie bei Zirkus Charles Knie

Interview mit Direktor Sascha Melnjak über die Zukunft des Einbecker Zirkus

Blickt optimistisch in die Zukunft: Zirkusdirektor Sascha Melnjak. Foto: Bertram

Einbeck. Für den Einbecker Zirkus Charles Knie hat die Winterpause begonnen. Erst in etwas mehr als drei Monaten, am 11. März, feiert das neue Programm in Northeim Premiere.

Zuvor soll es am 28. Februar einen Tag der offenen Tür im Einbecker Ortsteil Volksen geben. Wir haben mit Zirkusdirektor Sascha Melnjak (40) über die vergangene Saison und die Pläne für 2016 gesprochen.

Sind Sie mit der Saison 2015 zufrieden? 

Sascha Melnjak: Insgesamt ja, wirtschaftlich ist das Jahr besser gelaufen als 2014. Es ist allerdings ein Phänomen, dass unser Erfolg in einzelnen Gastspielstädten keiner erkennbaren Regel mehr folgt – manche Orte blieben deutlich unter unseren Erwartungen, andere haben sich als viel besser besucht entpuppt als im Vorfeld gedacht. Früher waren Prognosen einfacher. Ohne schwarze Zahlen könnten wir auch nicht so viel investieren, wie wir es jetzt tun.

Wie sehen denn diese Investitionen aus? 

Melnjak: Das Gradin, also die Zuschauertribüne unseres Zirkuszelts, wird zurzeit in Offenburg frisch gestrichen, dafür haben wir dort eine Halle gemietet. Zwei neue Zugmaschinen sind bereits eingetroffen; drei neue Abteilwagen sind im Rohzustand ebenfalls schon vorhanden und werden über den Winter noch ausgebaut. Dem Personal steht im nächsten Jahr ein neuer, 13 Meter langer Auflieger mit Duschen, Toiletten und Waschmaschinen zur Verfügung.

Was erwartet die Besucher im nächsten Jahr in der Manege? 

Melnjak: Noch mehr große Show, noch mehr Glanz und Glamour – unser neues Programm heißt „Euphorie“. Der Grand-Prix-Hit „Euphoria“ wird die Vorstellung als ein musikalisches Motiv begleiten, eine Idee übrigens von Chefdresseur Marek Jama. Ein Neuzugang im Programm ist die südafrikanische Musicalsängerin Pretty Shangase, die 2012 Teil der Show „Amazing Africa“ im Cirkus Dannebrog in Dänemark war. Unsere Seelöwen werden beim „Hip Hop“ zu sehen sein, die sechsköpfige Truppe Wulber á la „Blues Brothers“ beim Trampolin-Act und mit Flugtrapez-Nummern. Weiter dabei sind das Duo Medini mit seinem Rollschuh-Act und Clown César Dias.

Freuen dürfen sich die Zuschauer auf neue Kunstschützen-Darbietungen von Priscilla Errani und ihrem Lebensgefährten Marco Moressa. Mehr als zwei Jahre lang haben die beiden Artisten Tag für Tag an der neuen Nummer gearbeitet, in der zum großen Teil Priscilla Errani die Armbrust bedient.

Gibt es auch technische Neuerungen? 

Melnjak: Ein veränderter Artisteneingang mit zwei Showtreppen links und rechts wird zusätzlich zum Glamour beitragen. Neu angeschaffte Lichttechnik mit zwölf Scheinwerfern der neuesten Generation sorgen für ganz neue visuelle Effekte in der Manege.

2016 gibt es keine Löwen, Tiger und Elefanten im Zirkus Charles Knie – eine Abkehr von Wildtieren? 

Melnjak: Nein, das ist keine grundsätzliche Entscheidung für die Zukunft, sondern gilt erst einmal nur für nächstes Jahr. Elvis Errani mit seinen Elefanten war vier Jahre lang und Tom Dieck junior mit seinen Raubtieren zwei Jahre lang in unserer Show zu erleben.

2016 zeigen wir ausschließlich Tiere aus eigenem Bestand: Mit Seelöwen, Zebras und Känguru sind weiterhin Wildtiere in der Manege zu sehen. Neu haben wir auch ein Zwergzebu. Tiere gehören nun mal zum Zirkus.

Von Frank Bertram

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