Feuerwehr und DRK haben sich auf den Ernstfall vorbereitet

Großübung mit 40 Verletzten: Auto kracht in Einbeck in Linienbus

Einbeck. Es sind Szenen, die sich keine Rettungsorganisation wünscht: Ein Auto kracht seitlich in einen Gelenkbus, 30 Personen werden verletzt, es brennt und Hilferufe schallen ununterbrochen über die Einsatzstelle. Doch es war kein Ernstfall.

Die Feuerwehr und das DRK Einbeck haben genau so eine Lage jetzt in einer großen Übung auf dem Gelände der Ilmebahn geprobt, um gut auf so etwas vorbereitet zu sein.

Die Einbecker Gruppenführer Matthias Weger und Sascha Böker haben mit ihren Löschzügen nach einer kurzen Sichtung der Lage jeweils einen Einsatzabschnitt übernommen: Die Verletzten im brennenden Bus und das auf dem Dach liegende Auto. Klare Befehle und ein kühler Kopf sind notwendig, denn jeder Handgriff wird vom Einbecker Ortsbrandmeister Matthias Krüger und seinem Stellvertreter Helmut Böttcher genau überwacht.

Die Türen vom Bus sind schnell geöffnet. „Das ist keine ganz leichte Aufgabe, da jedes Modell die Vorrichtungen zum Öffnen an einer anderen Stelle hat“, sagt Böttcher.

Gemeinsam mit dem Rettungsdienst werden die Verletzten, gespielt von der THW-Jugend und dem Jugend-Rotkreuz Einbeck sowie der Jugendfeuerwehr Vogelbeck gesichtet und anschließend gerettet. Besonders wichtig ist laut Feuerwehr und Rettungsdienst ein sogenannter Innerer Retter, der die Verletzungen soweit möglich begutachtet, die Reihenfolge und Art der Rettung bestimmt.

„Die erste Versorgung ist das Ziel der Übung, bei einem solchen Massenanfall von Verletzten würden jetzt noch knapp 20 Rettungswagen und Hubschrauber folgen“, sagt Fabian Binnewies, Kreisbereitschaftsleiter vom DRK Kreisverband Einbeck. „Sowohl die Verletztenrettung mit der Feuerwehr als auch die anschließende Versorgung haben gut geklappt“, resümiert Binnewies.

Rund 70 Einsatzkräfte waren an der Übung bis in den Abend beteiligt.

Hintergrund: Busunfälle in der Region

Zu schweren Unfällen mit Bussen kommt es verhältnismäßig selten. Dass Rettungsorganisationen dennoch auf den Ernstfall vorbereitet sein müssen, zeigt ein Blick auf einige schwere Unfälle in Nordhessen und Südniedersachsen:

Im März 2003 schleudert ein Auto zwischen Gudensberg und Metze (Schwalm-Eder-Kreis) unter einen Schulbus. Die Fahrerin des Autos starb, 25 Kinder wurden verletzt.

Im November 2006 fährt ein Autofahrer bei Homberg (Schwalm-Eder-Kreis) in einen voll besetzten Schulbus. Der Autofahrer stirbt, 32 Kinder sowie der Busfahrer werden verletzt.

Im Mai 2007 verunglückt ein Polizeibus auf der A7 bei Echte (Kreis Northeim). Der Bus, besetzt mit einer Polizei-Damenfußballmannschaft wurde von einem LKW in ein Stauende gedrückt. 21 Menschen wurden verletzt, sechs davon schwer.

Kurz vor Silvester 2014 stürzt ein Reisebus auf der A4 zwischen Kirchheim und Bad Hersfeld (Kreis Hersfeld-Rotenburg) 50 Meter eine Böschung hinab. 40 Menschen wurden verletzt, vier kamen ums Leben.

Großübung mit 40 Verletzten: Auto kracht in Einbeck in Linienbus

Rubriklistenbild: © Mennecke

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