Jury zeichnet Kritikfähigkeit aus

Berufsbildende Schulen Einbeck erhalten Deutschen Schulpreis

Lehrer und Schüler der Berufsbildenden Schulen freuten sich über den Deutschen Schulpreis.
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Jubel mit Maske: Lehrer und Schüler der Berufsbildenden Schulen freuten sich über die Auszeichnung.

Die Berufsbildenden Schulen (BBS) Einbeck gehören zu den besten Bildungseinrichtungen der Bundesrepublik. Die BBS haben am Mittwoch zusammen mit vier anderen Schulen den zweiten Platz beim Wettbewerb um den Deutschen Schulpreis belegt.

Einbeck – Lauter Jubel bei Schülern und Lehrkräften, Konfetti-Regen und aus den Lautsprechern schallte Queens „We are the champions“: Die Begeisterung bei der Online-Übertragung der Preisverleihung kannte keine Grenzen. Professor Dr. Thomas Häcker, der an der Universität Rostock Schulpädagogik lehrt und zur Jury gehört, überreichte Schulleiter Renatus Döring den mit 25 000 Euro dotierten Preis.

„Die 90 Lehrkräfte der BBS Einbeck wollen ihren 1280 Schülern nicht nur Wissen vermitteln, sondern von den jungen Menschen lernen, wie sie den Unterricht besser gestalten können“, lobte Häcker. Dass sich eine Schule auf einen solchen Prozess einlasse, sei preiswürdig.

„Wir befragen unsere Schüler seit Jahren regelmäßig, wie zufrieden sie mit uns sind“, erläuterte Schulleiter Döring den Einbecker Ansatz. Jede Lehrkraft müsse sich jährlich der Bewertung von mindestens einer der insgesamt 60 Klassen stellen. Die Schüler beurteilten unter anderem, ob die Lehrkräfte freundlich seien, sich gut vorbereitet hätten, den Lehrstoff gut vermittelten, Leistungen gerecht bewerteten oder ob sie die Schüler selbstständig arbeiten ließen.

„Die Lehrkräfte besprechen die Ergebnisse im Anschluss noch einmal mit der Klasse“, führte Döring aus. Die Ergebnisse gingen zudem an die Schulleitung, die sich mit jeder einzelnen Lehrkraft zusammensetze. Wer eine gute Beurteilung bekommen hätte, werde gelobt. Kritik der Schüler werde analysiert. Zum Ausgleich von Defiziten könnten die Lehrkräfte Fortbildungen besuchen. Sie dürften im Unterricht gut beurteilter Lehrkräfte hospitieren.

„Sehr geholfen hat uns das zweijährige Schulentwicklungsprogramm, dass wir beim Schulpreis-Wettbewerb 2017 gewonnen haben“, führte Döring aus. Damals gehörten die BBS zu den Top 20.

Seither bemühen sich die Einbecker etwa um eine noch stärkere Individualisierung des Unterrichts. Die Lehrkräfte setzen sich zusammen, um ihr Wissen zu jedem einzelnen Schüler zusammenzutragen, zu seinen Stärken und Schwächen, aber auch zu seiner persönlichen und familiären Situation. „Die BBS Einbeck haben sich in diesem Jahr in einem mehrstufigen Auswahlverfahren unter 81 Bewerbern durchgesetzt“, berichtete Jurorin Dr. Angelika Wolters, die als Referentin im Landesschulamt Sachsen-Anhalt arbeitet. Zunächst seien auf Grundlage der Bewerbungen die Top 20 ermittelt worden. Diese hätten Besuch von einem Team erhalten, das die Umsetzung im Schulalltag geprüft habe. So seien die 15 Besten nominiert worden, unter denen dann die Preisträger zu bestimmen waren. Der Deutsche Schulpreis wird von der Robert-Bosch-Stiftung und der Heidehof-Stiftung in Zusammenarbeit mit der ARD und der Zeit-Verlagsgruppe vergeben. Den mit 100 000 Euro dotierten ersten Platz hat in diesem Jahr die Otfried-Preußler-Schule aus Hannover gemacht. Michael Caspar

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