Neue Vermarktungsstrategien für regionale Produkte

Land fördert Projekt zur Neuaufstellung des Erzeugerverbands Südniedersachsen

Ein Hofladen, so wie dieser hier auf dem mit Prädikat „Kostbares Südniedersachsen“ zertifizierten Hof Kurre in Angerstein, ist eine Möglichkeit, die eigenen Produkte zu vermarkten. Das
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Ein Hofladen, so wie dieser hier auf dem Hof Kurre in Angerstein, ist eine Möglichkeit, die eigenen Produkte zu vermarkten. Holger Kurre mit Partnerin Susanne Schwarzbach-Günther und den Kinder Cataleya (links) und Angelina Günther.

Erfreuliche Nachrichten für den Regionalen Erzeugerverband Südniedersachsen. Er bekommt Landeszuschüsse für sein Direktvermarkter-Projekt.

Einbeck/Northeim - Das Land Niedersachsen hat jetzt grünes Licht für die 75-prozentige Förderung des Projekts „Erweiterung der Direktvermarktung in kleineren und dezentralen Verkaufsstellen sowie Bündelung des Angebotes“ gegeben. Die Gesamtkosten des auf drei Jahre angelegten Projekts belaufen sich auf 185 000 Euro.

Im Zentrum des Projekts steht nach Angaben des stellvertretenden Verbandsvorsitzenden, Eberhard Prunzel-Ulrich, die Ausweitung der Arbeit des als Verein organisierten Verbands, der seine Geschäftsstelle in Einbeck hat.

Eberhard Prunzel-Ulrich

Bei der Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkten und Lebensmitteln hätten die großen Einzelhandelsketten das Sagen. Auch die Bio-Verbände hätten sich mittlerweile danach ausgerichtet und vermarkteten sogar über Discounter.

Regionale Strukturen wie Hofläden, Dorfläden, kleine selbstständige Händler oder die regional verankerte Gastronomie würden jedoch vernachlässigt, betont Prunzel-Ulrich. Hier wolle der Regionale Erzeugerverband Südniedersachsen ansetzen.

In dem jetzt geförderten Projekt sollen zum Auftakt die bestehenden dezentralen Vermarktungseinrichtungen im Gebiet des Erzeugerverbands zusammengetragen und dabei vor allem das Produktions- und Lieferpotenzial landwirtschaftlicher Erzeugnisse und Lebensmittel in der Region analysiert werden. Darauf aufbauend sollen dann neue Vermarktungsstrukturen für Südniedersachsen aufgebaut werden.

Hierfür brauche der Verband vor allem Fachkräfte in der Geschäftsstelle, so der Vize-Verbandsvorsitzende. Über das Projekt könne eine Vollzeitstelle sowie eine 450 Euro-Stelle in der Zentrale besetzt werden.

„Durch die Corona-Krise ist die Nachfrage nach regionalen Produkten noch einmal sprunghaft angestiegen. Diesen Trend gilt es aufzunehmen und die Kunden auch nach Ende der Pandemie zu binden“, erklärt Prunzel-Ulrich. Regionale Strukturen und deren Stärkung würden in den nächsten Jahrzehnten das Zukunftsthema sein, auch im Zusammenhang mit der Klimadiskussion. „Mit dem Projekt wollen wir den Absatz regionaler Produkte im ländlichen Raum deutlich steigern, die Nahversorgung verbessern und eine nachhaltige Verbindung zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Kunden schaffen“, ergänzt Marie-Luise Kisters, Mitarbeiterin der Geschäftsstelle.

Bekannt sei im Verband, welche Mitglieder welche Produkte erzeugen“, so Kisters. „Nicht bekannt oder abschätzbar ist dagegen, in welchen Mengen Produkte für neue Vermarktungsansätze zur Verfügung stehen.“ Auch das soll erforscht werden. Gleichzeitig gehe man davon aus, dass bei einer Analyse des Marktes noch gut 150 neue Vermarkter gefunden werden können.

„Der Verband hat in den kommenden Jahren noch viel vor“, verspricht Prunzel-Ulrich. Weitere Projekte seien angedacht. Dazu lade der Verband ausdrücklich weitere Produzenten aus Südniedersachsen zur Mitarbeit ein.

Bislang zählt der Verein fast 200 Mitglieder, über 100 Betriebe sind von ihm nach Prüfungen durch einen verbandseigenen Qualitätsausschuss mit der Glaubwürdigkeitsanerkennung Regionalmarke „Kostbares Südniedersachsen“ ausgezeichnet worden. (Axel Gödecke)

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