Ein Museum ging auf Reisen: Spalier für 45 Oldtimer

Ankunft in Einbeck: Viele Menschen säumten die Straßen in Einbeck und am PS-Speicher, um den Anblick der eher seltenen Fahrzeugkolonne nicht zu verpassen. Foto: Mehle/nh

Einbeck. Das Nutzfahrzeugmuseum aus Sittensen ist am Wochenende in den PS-Speicher in Einbeck umgezogen.

Die Scheiben am Auto- und Motorrad-Erlebnismuseum PS-Speicher in Einbeck vibrierten am frühen Sonntagabend. Zu diesem Zeitpunkt bahnten sich die ersten schweren Lastwagen aus der Sittenser Nutzfahrzeugsammlung von Emil Bölling ihren Weg vorbei an vielen Schaulustigen, die den imposanten Oldtimern am Tiedexer Tor Spalier standen.

Karl-Heinz Rehkopf, Gründer und Motor des PS-Speichers hatte die bedeutende Sammlung mit mehr als 120 historischen Lastwagen, Bussen, Feuerwehrfahrzeugen und Baumaschinen vor wenigen Wochen erworben und damit die von Bölling liebevoll gepflegte Sammlung nach dessen plötzlichen Tod in ihrer einzigartigen Gesamtheit gerettet.

Am Sonntag rollten nun 45 Fahrzeuge und damit etwa ein Drittel der Sammlung auf eigener Achse die 219 Kilometer bis nach Einbeck. Das Team des PS-Speichers hatte dafür 70 Fahrerinnen und Fahrer rekrutiert, die die schweren Kolosse sicher quer durch Niedersachsen steuerten. Der jüngste Fahrer war 27, der älteste Teilnehmer „auf dem Bock“ stolze 79 Jahre alt.

Unterwegs wurden in Eystrup und auf dem Hanomag-Gelände in Hannover Zwischenstopps eingelegt. In den beiden Pausen waren die betagten Lkw immer dicht von Schaulustigen umlagert. Filmteams und Fotografen flankierten den 1,5 Kilometer langen Korso, begleitet von mehreren Tausend Zuschauern am Straßenrand, die an Böschungen und auf Brücken ihre Kamerastative aufgebaut hatten.

In einem historischen Setra-Bus erlebten mitgereiste Journalisten das Geschehen aus nächster Nähe. Aus dieser mobilen Pressezentrale berichtete das Team des PS-Speichers auf der Homepage, auf Facebook und Twitter über die aktuelle Position des Korsos.

Die Fahrzeuge fuhren ausschließlich über Landes- und Bundesstraßen, um möglichst vielen Menschen die Gelegenheit zum Zuschauen zu geben. Über Scheeßel, Nienburg, Neustadt und Hannover ging es über die Bundesstraße 3 bis nach Naensen, wo die Einbecker Polizei den Korso bereits erwartete und mit zwei Motorrädern in die Stadt eskortierte.

Unterstützt wurde der gesamte Transport vom Förderverein des PS-Speichers, der nicht nur die Kosten für die TÜV-Abnahme, die Zulassung der Fahrzeuge und deren Betankung sicherstellte, sondern auch für die Unterbringung und Verpflegung der Fahrer und Helfer sorgte.

Konzept wird erstellt 

Die Kulturstiftung Kornhaus als Trägerin des Museums wird in den nächsten Monaten ein Konzept erarbeiten, wie die Nutzfahrzeuge künftig der Öffentlichkeit präsentiert werden können. Denkbar wären zum Beispiel Führungen durchs Depot.

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