Bulldoggen griffen mehrfach Passanten an

Nach Beißattacke: Einbeckerin darf keine Hunde mehr züchten

Einbeck. Eine Hundehalterin, deren Bulldoggen mehrfach Passanten und Nachbarn angefallen haben, darf keine gewerbsmäßige Zucht mehr betreiben.

Das hat das Verwaltungsgericht Göttingen entschieden. Das Gericht wies damit eine Klage gegen den Landkreis Northeim ab. Die Behörde hatte nach einem Vorfall im Herbst 2014 die Erlaubnis zum gewerbsmäßigen Züchten und Halten von Hunden widerrufen. Damals hatten mehrere Hunde eine 87-jährige Frau durch Beißattacken so schwer verletzt, dass diese wochenlang im Krankenhaus behandelt werden musste.

Die Behörde ordnete daraufhin an, dass die Klägerin ihre Zucht auflösen muss und höchstens zwei Hunde halten darf. Nach Ansicht des Gerichts ist diese Verfügung rechtmäßig (Aktenzeichen 1 A 194/14).

Der Landkreis hatte der Klägerin im Sommer 2009 unter Auflagen die Erlaubnis zur gewerbsmäßigen Hundezucht erteilt. Unter anderem musste sie sicherstellen, dass die Hunde nicht entweichen können. Im Februar 2014 kam es dann zu einem ersten schweren Vorfall, als drei ausgebüxte Hunde eine Passantin anfielen und verletzten. Die Klägerin, die früher schon einmal wegen Betruges zu einer Geldstrafe verurteilt worden war, erhielt wegen fahrlässiger Körperverletzung eine weitere Geldstrafe von 20 Tagessätzen.

Im September 2014 schlüpften mehrere Hunde unter dem unzureichend verankerten Maschendrahtzaun hindurch und attackierten eine 87-jährige Frau auf dem Nachbargrundstück. Diese erlitt eine Vielzahl von Bisswunden. Diesmal verurteilte das Amtsgericht Einbeck die Hundebesitzerin zu einer Freiheitsstrafevon vier Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Der Landkreis widerrief nach dem Vorfall die Erlaubnis zur Hundezucht. Zuvor hatte die Amtstierärztin mehrfach bei Kontrollen diverse Verstöße festgestellt.

Die Klägerin gab an, dass die Hunde nicht aggressiv gewesen seien. Zu dem Beißvorfall sei es durch eine Verkettung unglücklicher Umstände gekommen. Alle Hunde seien bestens versorgt. Da sie weder eine Rente noch Sozialleistungen erhalte und auch nicht krankenversichert sei, seien die Hunde ihre einzige Einnahmequelle. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen könne sie keiner anderen Tätigkeit mehr nachgehen.

Das Gericht erteilte ihr eine Abfuhr. Wenn die Klägerin keiner anderen Arbeit mehr nachgehen könne, sei zweifelhaft, warum sie meine, die Hundezucht bewerkstelligen zu können. Die strafrechtlichen Verurteilungen seien ein Beleg dafür, dass sie unzuverlässig sei.

Sie habe die Hunde so zu halten, dass von ihnen keine Gefahren ausgingen. Diese Hauptpflicht habe sie nicht beachtet. Auch die weiteren Verstöße ließen einen „generellen Hang zur Nichtbeachtung geltender Vorschriften“ erkennen. (pid)

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