Corona-Negativtests als Eintrittskarte

Einbeck will Modellkommune für Öffnungen werden

Das Bild zeigt den Marktplatz in Einbeck mit dem Rathaus (links)
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Der Einbecker Marktplatz. Links ist das historische Rathaus zu sehen.

Einbeck möchte Modellkommune bei den Überlegungen des Landes Niedersachsen werden, die Geschäfte wieder zu öffnen.

Einbeck - „Wir sind bereit, Lösungen anzubieten“, sagte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Möglich wäre, Besuchern in Einzelhandel, Gastronomie und Kultur wieder Zutritt zu gewähren, wenn diese einen tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltest vorweisen können.

Unverändert müssten dabei die bekannten Hygieneregeln wie Maske und Abstand eingehalten werden. Für die notwendigen Schnelltests sollen in der Stadt mehrere Testmöglichkeiten geschaffen werden. Nur mit einem aktuellen „Einbeck-Ticket“ sollen Geschäfte oder auch Kulturveranstaltungen besucht werden können, berichtete Michalek.

Einbeck hat seine Bereitschaft zu „testbasierten Öffnungen im ländlichen Raum“ nach Gesprächen mit dem Einbecker Landtagsabgeordneten Christian Grascha (FDP) in einem Brief an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU), das Sozialministerium, den Städtetag und an die Landrätin erklärt, sagte die Bürgermeisterin.

Auch der Landtagsabgeordnete Uwe Schwarz (SPD) ist informiert. Voraussetzung für ein modellhaftes Öffnungskonzept ist allerdings die entsprechende Anpassung der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen.

Sabine Michalek, Bürgermeisterin von Einbeck.

„Gut, dass dieses Signal kommt“, freut sich der Grascha über die Bereitschaft seiner Heimatstadt. Einbeck könne durch seine Überschaubarkeit als Mittelzentrum punkten. Wichtig sei, den Gesundheitsschutz mit einer Öffnungsperspektive zu kombinieren. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung und auch in den von der Schließung betroffenen Branchen wachse, die sichtbaren Folgen, etwa leeren Geschäften, ebenso. Durch die vermehrten Schnelltests werde der Gesundheitsschutz sogar noch verbessert, sagte Grascha, weil durch die zusätzlichen Tests von Personen ohne Symptome das Dunkelfeld aufgehellt werde.

„Wir haben einfach mal die Hand gehoben“, erhofft sich Einbecks Bürgermeisterin, eine der Modellkommunen zu werden. Auch sie habe zahlreiche Rückmeldungen aus Wirtschaft, Handel und Gastronomie, aber auch aus dem Kulturbereich bekommen, die sich eine solche Vorgehensweise wünschen. Es falle immer schwerer, der Bevölkerung zu vermitteln, warum das in einer Region mit niedrigen Inzidenzzahlen, in der sich die große Mehrheit an die Regeln halte, nicht möglich sein soll.

In einem zweiten Schritt kann sich die Rathauschefin auch vorstellen, neben dem gedruckten „Einbeck-Ticket“ über eine der relevanten Apps nachzuweisen, dass der Schnelltest negativ war und deshalb der Einkauf oder der Kinobesuch möglich ist.

Michalek hat perspektivisch bei der testbasierten Öffnung auch das Kulturfestival „Stadtpartie“ Anfang Mai im Auge, das dann so kontrolliert stattfinden könnte.

(Frank Bertram)

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