Northeimer Reiter lassen alten Reitstil aufleben

Die „Working Equitation“ bietet Abwechslung für Pferd und Reiter: Hier reiten Conny Schürer (links) und Maya Weinmann in der Reithalle Iber über eine improvisierte „Brücke“. Fotos: Schwekendiek, privat/nh

Iber. Über eine Brücke reiten, vom Pferd aus ein Tor öffnen oder rückwärts durch eine Gasse reiten. All das gehört zum Parcours der „Working Equitation" - ein in Deutschland noch weitgehend unbekannter Reitstil.

Das soll nicht so bleiben, dachte sich die Northeimerin Corinna Engelke, und hat einen Stammtisch gegründet. Zum ersten Treffen in Echte kamen 20 Reiter, für das nächste Treffen im Januar sind bereits 35 Interessierte angemeldet.

„Dieser Reitstil ist für Turnierreiter genauso geeignet wie für Freizeitreiter“, sagt sie. Toll sei die Abwechslung, die der Parcours, der sogenannte Trail, in den verschiedenen Klassen biete. Hauptbestandteil in den höheren Klassen ist die Rinderarbeit, denn die „Working Equitation“ ist eine südeuropäische Arbeits- und Traditionsreitweise, ähnlich dem Westernreiten.

Reiter besser vernetzen 

Ziel von Corinna Engelke ist es, Reiter in Südniedersachsen mit dem Stammtisch zu vernetzen und bessere Trainingsmöglichkeiten zu schaffen. Denn für diese Reitweise werden andere Hindernisse benötigt, als für die klassische Dressur oder das Springreiten - und die kosten Geld. In einer Halle in Iber müssen die Reiter derzeit improvisieren: Aus Hindernisblöcken und einer Plane haben sie eine „Brücke“ gebaut, aus Pfosten und Seilen ist ein „Tor“ entstanden, das es zu öffnen gilt.

Auch Maya Weimann aus Moringen und Conny Schürer aus Bovenden sind von der „Working Equitation“ begeistert, die Reitern wie Pferden viel Feingefühl und Disziplin abverlangt. „Die Zusammenarbeit und das Vertrauen zwischen Mensch und Tier sind besonders wichtig“, erklärt Schürer, die Pferdewissenschaften im Master studiert, und Maya Weimann ergänzt: „Die Pferde werden durch die Vielfältigkeit der Aufgaben viel mehr gefordert, als bei anderen Reitstilen.“

Der Reitverein Oldershausen plant für das kommende Jahr ein eigenes „Working Equitation“-Turnier. „Derzeit muss man zu den Turnieren leider noch sehr weit fahren, weil es nur wenige gibt“, sagt Engelke. Beim Stammtisch sollen deshalb eigene Termine, Kurse und Wettbewerbe geplant werden. Die Arbeitsgemeinschaft Working Equitation Deutschland (AWED) hat bereits ihre Unterstützung zugesagt.

Stammtisch alle acht Wochen 

Der Stammtisch soll künftig alle acht Wochen an verschiedenen Orten in Südniedersachsen stattfinden. Der nächste Termin ist Freitag, 23. Januar, ab 19 Uhr in Don's Diner in Höckelheim. Eingeladen sind alle Reiter, die mindestens die Grundgangarten beherrschen. Außerdem werden Reitanlagenbetreiber gesucht, die ihre Anlagen für Kurse zur Verfügung stellen.

Infos und Anmeldung: Corinna Engelke, Tel. 01 75/1 67 33 83

Von Julia Schwekendiek

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