Staatsanwaltschaft ermittelt

Jäger ist schockiert: Landwirt soll neun Frischlinge bewusst zerschreddert haben

Ein Landwirt soll neun Frischlinge absichtlich zerschreddert haben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft (Symbolbild).
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Ein Landwirt soll neun Frischlinge absichtlich zerschreddert haben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft (Symbolbild).

Ein Landwirt soll beim Häckseln von Senfsaat neun Frischlinge bewusst getötet haben. Ein Jäger aus Einbecker ist schockiert. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Göttingen.

Einbeck/Lenglern - Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat Ermittlungen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen einen Landwirt aus dem Landkreis Göttingen eingeleitet. Das hat Oberstaatsanwalt Andreas Buick auf HNA-Anfrage bestätigt. Dabei geht es um einen Vorfall Mitte Januar im Bereich Lenglern. Dort ist Heinz Pross aus der Einbecker Ortschaft Dörrigsen seit vier Jahren Jagdpächter. Pross hat auch Strafanzeige gegen den Landwirt erstattet.

Dieser soll, so schildert Pross gegenüber der HNA, bewusst beim Häckseln von Senfsaat auf einem Feld neun Frischlinge getötet haben. „Als mir mein Sohn, der den Vorfall in meinem Jagdrevier beobachtet hat, davon berichtete, war ich total schockiert. Und richtig böse“, sagt Pross.

Jäger ist schockiert: Sohn findet neun getötete Frischlinge auf Feld

Sein Sohn habe an besagtem Tag in dem Revier in Lenglern einen Hochsitz aufstellen wollen, als er den Landwirt bei den Häckselarbeiten auf dem Feld entdeckt habe. Darauf angesprochen, ob er Wildschweine gesehen habe, habe der Landwirt erwidert „Ja, da hinten liegen welche“, und auf die schon gehäckselte Fläche gezeigt. Dort habe sein Sohn dann einige getötete Frischlinge entdeckt, erzählt Pross.

Er habe eine Bache mit Frischlingen gesehen, die dann geflüchtet sei, habe der Landwirt noch gegenüber seinem Sohn gesagt. Die Frischlinge seien dann jedoch wieder auf den Acker gerannt. Der Landwirt habe auch kurz überlegt, den Jagdpächter, also Heinz Pross, anzurufen, es dann aber doch nicht gemacht.

Landwirt tötet neun Frischlinge - Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Göttingen

Als Pross‘ Sohn gegenüber dem Landwirt erwidert habe, er wolle kontrollieren, ob er eines der verletzten Tiere mit einem sogenannten Fangschuss erlösen müsse, habe der Landwirt gesagt: „Nein, brauchst du nicht, die sind alle tot.“ Dann habe er seine Häckselarbeiten fortgesetzt. Der Sohn habe dann den gesamten Acker abgesucht und insgesamt neun, laut Pross „zerschredderte“, Frischlinge entdeckt.

Pross sei vor allem schockiert, sagt er, weil der besagte Landwirt, nachdem er die Frischlinge entdeckt hatte, seine Arbeit nicht eingestellt habe, um ihn als zuständigen Jagdpächter zu informieren. Denn dazu sei der Landwirt verpflichtet gewesen. Dem Landwirt bescheinigt der Anwalt von Heinz Pross in seinem Schreiben an die Staatsanwaltschaft Göttingen eine „bemerkenswerte, charakterliche Rohheit gegenüber der Kreatur“.

Aufgrund der Anzahl der getöteten Tiere und ihres Fundorts habe der Landwirt die Frischlinge beim Mähen sehen müssen, so der Anwalt weiter. Trotzdem habe er seine Arbeit fortgesetzt. Bei der Staatsanwaltschaft Göttingen werde nun geprüft, so Oberstaatsanwalt Andreas Buick, ob ein Strafverfahren gegen den Landwirt eingeleitet wird. (kat)

Eine Tierarzt Familie aus Wanfried hat einen verwaisten Frischling aufgenommen. Der kleine Beethoven hält alle auf Trab.

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