Fahrer aus der Region mit dabei

Race across Germany: Greener fährt 1100 Kilometer quer durch Deutschland

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kmn123 Florian Schütte aus Greene fährt beim Race across Germany, einem Radrennen über 1100 Kilometer, von Flensburg bis nach Garmisch-Patenkirchen. 

Greene. Die Fakten sprechen für sich: 1100 Kilometer lang ist der längste Radmarathon für Soloradfahrer in Deutschland.

Maximal zehn Minuten Pause gibt es unterwegs, gefahren wird rund zwei Tage Tag und Nacht. Dieser Herausforderung stellt sich Florian Schütte aus Greene. Er nimmt ab  Freitag am „Race across Germany“, dem Radrennen quer durch Deutschland teil.

Ab November Vorbereitung

Als wir am Donnerstagmittag mit Schütte sprechen, hat er die große Vorbereitungszeit schon hinter sich. Seit November trainiert er für das Rennen, das von Flensburg nach Garmisch-Patenkirchen auch durch den Landkreis Northeim führen wird.

„Pro Woche gab es bis zu 18 Stunden Training“, erzählt der Extremsportler, der sonst Sport und Politik an einem Gymnasium in Braunschweig unterrichtet. Ein strikter Trainingsplan gibt ihm Intervall- oder Ausdauertraining vor. Je nach Wetterlage wird auf dem Ergometer oder draußen trainiert. „Das Wetter war in diesem Jahr sehr gut“, erzählt Schütte.

Seit 1. Januar dieses Jahres ist er auf über 10 000 Kilometer auf dem Rad gekommen. „So viel schaffen manche andere nicht mit dem Auto.“

Die letzte harte Trainingseinheit gab es eine Woche vor dem Start am Freitag. Am Donnerstag hat der Sportler die letzten Sachen für den Start am Freitagmorgen gepackt und viele Kohlenhydrate zu sich genommen, von denen er unterwegs möglichst lange zehren will.

Start in zwei-Minuten-Takt

Los geht es für die rund 40 Starter, die am Race across Germany teilnehmen, ab 8 Uhr morgens. „Gestartet wird im zwei-Minuten-Takt, Windschattenfahrten sind nicht erlaubt“, berichtet Schütte. Grundsätzlich gilt die Straßenverkehrsordnung für alle Fahrer. Die Zeit wird unterwegs und am Ziel gemessen. Die Geschwindigkeit wird etwa zwischen 28 und 45 Kilometer in der Stunde betragen. „Wir haben vermutlich Rückenwind, aber ab Augsburg ist Gegenwind vorhergesagt“, erklärt Schütte. Das gehe sprichwörtlich in die Beine.

Im Ziel, im 1100 Kilometer entfernten Garmisch-Patenkirchen, wartet dann seine Frau mit der anderthalb-jährigen Tochter auf den Gymnasiallehrer. Bis dahin ist er aber nicht alleine. Er fährt für das Team Orthopädie-Manufaktur Füssen und den Dual Downhill Mountainbike Club Solling und hat unterwegs ein Begleitteam dabei, das unter anderem für den Radwechsel bei Nienstedt sorgt. Dann wird vom klassischen Rennrad auf ein mehr für die bergigen Regionen ausgelegtes Modell gewechselt.

Der Traum von Amerika

Lange Strecken mit dem Rad zurücklegen ist für Schütte übrigens nichts Neues. Beim Glocknerman Ultra hat er unter anderem 1000 Kilometer und 16 000 Höhenmeter von Graz nach Winklern, durch das Lesachtal, zwei Mal auf den Großglockner und anschließend wieder retour zurückgelegt. Viele weitere Radrennen hat Florian Schütte in den vergangenen Jahren bezwungen. Einen großen Traum hat er aber noch. „Mit der Teilnahme am Glocknerman habe ich mich für das „Race across America“ qualifiziert. Das Rennen, das bis zu zwölf Tage in Anspruch nehmen kann, führt von der Westküste der Vereinigten Staaten über rund 5000 Kilometer bis zur Ostküste. „Dafür suche ich noch Sponsoren, die Finanzierungslücke beträgt rund 60 000 Euro“, so Schütte. Deshalb sucht er nach Unterstützern.

Idee entstand im Studium

Auf die Idee, Fahrrad zu fahren, ist Florian Schütte während seines Studiums gekommen. „Ich habe jahrelang bei der SVG Einbeck Fußball gespielt, hatte während des Studiums aber zu wenig Zeit dafür“, erzählt der Sportler. Deshalb hat er irgendwann angefangen, Rad zu fahren. „Für kurze Strecken hatte ich zu wenig Bumms in den Beinen und für Berge bin ich zu dick“, erklärt Schütte lachend. 

Stolz auf den Erfolg: Florian Schütte beim Glockner Man.

Deshalb sei die Wahl auf die Extrem-Radstrecken gefallen. Mittlerweile hat sich eine Fangemeinde rund um Schütte und seinen Extremsport gebildet. Er informiert über die „Sport-Floh“-Trainingsgruppe bei Facebook und sportfloh2015 bei Instagram sowie über eine eigene Whatsapp-Gruppe von den Wettbewerben und gibt Einblicke in die Vorbereitung. Das waren auch die letzten Arbeiten vor dem großen Start zum Race across Germany, bevor sein Team die Berichterstattung für ihn übernimmt.

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