Einsatz im Zuckerrübenanbau

Roboter gegen Unkraut in Einbeck getestet

Unbemannte Technik auf dem Acker: Roboter im Unkrauteinsatz auf einem Rübenfeld der KWS Einbeck.
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Unbemannte Technik auf dem Acker: Roboter im Unkrauteinsatz auf einem Rübenfeld der KWS Einbeck.

Unkraut-Bekämpfung per Roboter: Das hat sich der Einbecker Saatgut-Hersteller KWS als Vision auf die Fahnen geschrieben, um den Einsatz von Herbiziden zu reduzieren. Doch bei der Vision bleibt es nicht.

Einbeck – Tests mit Robotersystemen von verschiedenen Herstellern haben die KWS, das Institut für Zuckerrübenforschung und die Uni Göttingen, Abteilung Agrartechnik, in der Anbausaison 2020 vorgenommen.

Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend, heißt es von KWS. Zwei mechanische Unkrautroboter hätten die Unkrautdichte in mehreren Durchläufen deutlich reduziert.

Mit einem Robotersystem, das selbst Herbizide einsetzte, seien im Vergleich zur konventionellen Flächenspritze fast 80 Prozent der Menge eingespart worden. Der Roboter bekämpfte damit rund 70 Prozent der Unkräuter.

Stefan Meldau, der das Gesamtprojekt bei KWS leitet: „Mit dem Projekt Zukunft live – Unkrautroboter im Feld möchten wir als KWS Herstellern von Feldrobotern eine Plattform bieten und Erfahrungen in der Praxistauglichkeit sammeln. Unser erstes Fazit lautet: Kein bisher getestetes System ist schon vollkommen ausgereift. Eine Kombination mit anderen Maßnahmen oder Technologien ist aber vielversprechend.“

Im ökologischen Landbau sei die mechanische Unkrautentfernung durch Roboter mit dem Einsatz einer Handhacke verglichen worden. Der Feldroboter der Firma „FarmDroid“ habe neben der mechanischen Unkrautbekämpfung auch eine Präzisionsaussaat vorgenommen.

Die ersten beiden mechanischen Behandlungen mit dem „FarmDroid“ seien noch vor dem Aufgang der Zuckerrüben ausgeführt worden, um frühe Unkräuter zu beseitigen. Dadurch hätten die Versuchsflächen des Roboters zum Zeitpunkt des Feldaufgangs bereits rund 40 Prozent weniger Unkräuter gehabt als die Kontrollflächen. Der weitere wöchentliche Einsatz habe neue Unkräuter im frühen Wachstumsstadium erwischt.

Ein System von „farming revolution“ habe in drei Durchgängen je bis zu einem Drittel der Unkräuter in den Reihen entfernt. Unkräuter, die direkt an einer Zuckerrübe standen, seien von beiden Systemen aber noch nicht ausreichend erreicht worden. „Wir interessieren uns jetzt dafür, wie viele Stunden mit der Handhacke eingespart werden können und wie viel Zeit die Betreuung der Systeme in Anspruch nimmt.“ sagt Meldau.

Im Bereich Roboter-Unkrautkontrolle mit Herbizideinsatz beseitigte der Feldroboter der Firma „ecoRobotix“ durch eine Anwendung rund 70 Prozent der vorhandenen Unkräuter. Durch punktuelles Präzisionsspritzen sei zudem nur ein Fünftel der Menge an Herbizid benötigt worden. „Das Robotersystem kann auf kleineren Flächen dazu beitragen, die Menge an Herbiziden deutlich zu reduzieren“, fährt Stefan Meldau fort. Für den großflächigen Einsatz habe der Roboter mit einer Arbeitsbreite von zwei Metern jedoch noch nicht die notwendige Flächenleistung. „EcoRobotix“ habe auf die Ergebnisse des Tests von KWS aber bereits reagiert.

Mittlerweile würden auch Spritzsysteme mit deutlich größeren Arbeitsbreiten angeboten.

Dr. Peter Hofmann, verantwortliches Vorstandsmitglied bei KWS für das Segment Zuckerrübe sagt: „Wir möchten einen aktiven Beitrag leisten, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln langfristig deutlich zu reduzieren. Unser Engagement geht dabei über unser Kerngeschäft, der Entwicklung von Saatgut für widerstandsfähige Sorten, hinaus.“

Mit Projekten wie den Tests von Feldrobotern fördere KWS Zukunftstechnologien mit Potenzial.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Systeme dazu beitragen können, in der konventionellen Landwirtschaft Herbizide einzusparen und den ökologischen Landbau profitabler zu machen. (Axel Gödecke)

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