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PS-Speicher hat seine Ausstellung um zwei Aspekte erweitert

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Von: Frank Bertram

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Cäcilia Plata (links) und Insa Klapproth, die die neuen Ausstellungsteile konzipiert haben,  mit Tiddo Bresters, Präsident des Oldtimer-Weltverbands FIVA (Fédération Internationale des Véhicules Anciens) in einer Cabrioversion der „Göttin“, dem Citroën DS des PS-Speichers.
Cäcilia Plata (links) und Insa Klapproth, die die neuen Ausstellungsteile konzipiert haben, mit Tiddo Bresters, Präsident des Oldtimer-Weltverbands FIVA (Fédération Internationale des Véhicules Anciens) in einer Cabrioversion der „Göttin“, dem Citroën DS des PS-Speichers. © Frank Bertram

Bertha Benz, Sophie Opel, Clärenore Stinnes, Jutta Kleinschmidt oder Heidi Hetzer – die Geschichte der individuellen Mobilität ist schon immer auch weiblich. Dem trägt der Einbecker PS-Speicher in seiner Ausstellung nun Rechnung. mit einer neuen Erzählspur durch die Räume und einer speziellen Führung stärker Rechnung:

Einbeck – Unter der Überschrift „Frau ans Steuer“ informiert sie nun über den weiblichen Beitrag zur motorisierten Mobilität in den vergangenen 200 Jahren. Konzipiert hat das neue Thema Insa Klapproth. Die einstige Praktikantin im Einbecker Oldtimermuseum studiert mittlerweile Geschichte an der Universität Göttingen.

Und eine weitere Erzählspur hat der PS-Speicher jetzt außerdem offiziell eröffnet: Bei „Der grüne Faden“ informieren in jedem Saal Informationstafeln aus recyceltem Kunststoff über ökologische Aspekte der Fahrzeuggeschichte. Dieses Thema hat Cäcilia Plata in ihrem mittlerweile abgeschlossenen Museumsvolontariat erarbeitet.

Beide Neuheiten, die wesentlich von den 760 Mitglieder starken Förderfreunden des PS-Speichers finanziert worden sind, sollten eigentlich schon früher an den Start gehen, sagte PS-Speicher-Geschäftsführer Lothar Meyer-Mertel. Aber Pandemie-Pausen und Lieferschwierigkeiten beim Material der Infotafeln bremsten die Museumsmacher bislang aus.

Ab Sommer soll es außerdem nun noch Workshops für Schulen zu ökologischen Aspekten geben sowie eine Materialstation, an der für die Besucher verschiedene Werkstoffe, mit denen Autos gebaut werden, sowie deren Recycling-Eigenschaften anfassbar werden.

Insa Klapproth an einer der neuen, herausziehbaren Infotafeln der Erzählspur „Frau ans Steuer“.
Insa Klapproth an einer der neuen, herausziehbaren Infotafeln der Erzählspur „Frau ans Steuer“. © Frank Bertram

Für die Führung „Frau ans Steuer“ gibt es keine speziellen neuen Exponate, sie verknüpft die ohnehin vorhandenen Motorräder oder Autos und erzählt die wechselnden Geschlechterrollen im Laufe der Mobilitätsgeschichte, erläutert Insa Klapproth.

Die Besucher erfahren etwa, ab wann es erst als „schicklich“ für Frauen galt, Motorrad zu fahren oder welche Abenteuer-Weltreise Clärenore Stinnes 1927 als Industriellentochter unternahm.

Die Führung erzählt unter anderem auch, dass in New York um 1900 die ersten Elektroautos als „Frauenautos“ galten, weil mit diesen „sauber“ gefahren werden konnte und sich keine Frau die Hände an einem Verbrennermotor schmutzig machen musste.

Insa Klapproth hat bei ihren Recherchen für die Führung zudem herausgefunden, dass der Rückspiegel oder die Scheibenwischanlagen an Fahrzeugen von Frauen erfunden worden sind. „Frau ans Steuer“ schildert ferner, dass Frauen wie Sophie Opel entscheidend für den Start einer Autoproduktion bei Opel waren – ihr bekannterer Mann Adam wollte von Autos nicht viel wissen.

Auf die neuen Infotafeln „Der grüne Faden“ weisen Bodentattoos hin. An diesen Infostationen geht es beispielsweise um die Erfindung des Katalysators, aber auch um die Pläne für eine autogerechte Stadt im Hannover der Nachkriegszeit mit ihren Hochstraßen.

Besucher erfahren, dass es Umweltprobleme bereits vor der Verbreitung des Automobils gab. Mitte des 19. Jahrhunderts, zu Zeiten der Pferde-Kutschen, ächzten Metropolen wie London unter Tonnen von Pferdemist, berichtet Cäcilia Plata. Am Ende habe das Automobil diese Probleme des Pferdeverkehrs gelöst – und mit Abgasen neue geschaffen. (Frank Bertram)

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